An dieses Stadttor aus dem 14. Jh., das auch „Grubener Tor“ oder im Polnischen „Törchen“ genannt wurde, wurde um das Jahr 1620 eine der Leidenden Mutter Gottes gewidmete Kapelle in Stile der niederländischen Renaissance angebaut. An der Ostwand befindet sich in einer Nische eine Pieta, im Inneren der Kapelle hingegen ein barocker Messtisch. Eine Pieta aus dem 15. Jh. steht auf dem Altar. Ebenso befindet sich in der Kapelle eine Skulptur, die den bekümmerten Christus darstellt. Weiter gibt es ein Ölgemälde aus dem Jahre 1762, das den hl. Jan Kant mit der Stadtansicht von Culm im Hintergrund darstellt.
Weitere Informationen über das Graudenzer Tor sowie die anderen einstigen Stadttore mit Fotos finden Sie auf der Website moje-chelmno.pl.
Seit 2007 ist an der östlichen Seite des Graudenzer Tors eine Gedenktafel für Papst Johannes Paul II. angebracht. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Gebäude Grudziądzka 36, die Neue Promenade sowie die Gnadenkapelle.
Nach im Februar 2024 veröffentlichten Informationen der Stadtverwaltung Chełmno sollen in absehbarer Zeit umfassende Restaurierungsarbeiten am Graudenzer Tor vorgenommen werden. Entsprechende Planungsunterlagen sind bereits erstellt worden. Das mittelalterliche Stadttor soll durch diese Maßnahmen auch zu einer Art Kunstgalerie umgestaltet und so ausgestattet werden, dass sowohl in der Tordurchfahrt als auch in der Kapelle im Obergeschoss Wechselausstellungen möglich sind. Für das gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde St. Marien durchgeführte Projekt sollen EU-Fördergelder beantragt werden.

Graudenzer Tor / Brama Grudziądzka (08.02.2024)
[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 08.12.2007; ergänzt 19.06.2012, 08.02.2024]
Bis heute ist die die Altstadt von Culm an der Weichsel (Chełmno nad Wisłą) umschließende Wehrmauer mit einer Länge von ungefähr 2270 Metern fast vollständig erhalten geblieben. Die Wehrmauern aus Ziegelsteinen entstanden im 13. und 14. Jahrhundert an der Stelle ursprünglicher Holz- und Erdbefestigungen. Im Jahre 1563 wurden die bestehenden Mauern mit Erlaubnis des Königs Zygmunt August auf die heutige Höhe erweitert.












