Rundgang an der mittelalterlichen Stadtmauer

Bis heute ist die die Altstadt von Chełmno umschließende Wehrmauer mit einer Länge von ungefähr 2270 Metern fast vollständig erhalten geblieben. Ihre Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Wenn Sie möglichst viel von der historischen Stadtmauer sehen möchten, kann ich Ihnen folgende 2,4 km lange Route empfehlen, die Sie einmal rund um die Altstadt führt:

Die Route besteht durchweg aus befestigten Wegen, sei es Betonpflaster, Granit oder Asphalt. Viele Abschnitte werden beleuchtet und können auch nach Einbruch der Dunkelheit sicher genutzt werden.

An der Ulica Toruńska haben Sie zwei Möglichkeiten: Anstatt den auf der Online-Karte angezeigten Weg über den Friedhof südwestlich der Altstadt zu nehmen, können Sie auch dem Gehweg direkt an der Stadtmauer, und zwar auf ihrer nördlichen Seite, folgen, der von der Ulica Toruńska aus an der Martinskirche vorbei bis zum Pulverturm an der Ulica 22 Stycznia verläuft. Weiter unten finden Sie in diesem Beitrag eine ausführliche Beschreibung der gesamten Route. Unterwegs werden Sie eine Reihe größerer und kleinerer Sehenswürdigkeiten sehen wie:

Beschreibung:

Wir beginnen unseren Rundgang am Graudenzer Tor, dem ehemaligen Stadttor am östlichen Ende der Fußgängerzone. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein kleiner gebührenpflichtiger Parkplatz. Natürlich kann man auch an einer beliebigen anderen Stelle der Route „einsteigen“.

Wenn Sie auf der östlichen Seite des Graudenzer Tors stehen und sich diesem zuwenden, sehen Sie rechts die Stadtmauer im Bereich des Neue Promenade genannten Parks. In unmittelbarer Nähe, rechts hinter Ihnen, befinden sich das Grab des unbekannten Soldaten und die Stadtverwaltung.

Rydygier-Denkmal südlich des Graudenzer Tores

Nachdem Sie noch einen Blick auf die Gedenktafel für Papst Johannes Paul II. am Graudenzer Tor geworfen haben, gehen Sie bitte nach links, also in südliche Richtung, und betreten den dortigen Stadtpark. Nach wenigen Schritten erkennen Sie bereits das Denkmal für den bekannten Chirurgen Ludwik Rydygier und weiter rechts, am Rande der Altstadt, den markanten verglasten Anbau des Gebäudes Grudziądzka 36. In diesem Bereich hat sich die Stadtmauer nicht erhalten. Wir werden sie erst wieder in Höhe des Solidaritätsdenkmals sehen, und zwar auf der rechten Seite. Wenn Sie dort, in Richtung Ulica 22 Stycznia, auf die Stadtmauer zugehen, sehen Sie unmittelbar an der Mauer einen Gedenkstein mit einer Inschrift in deutscher und polnischer Sprache, der an den ehemaligen evangelischen Friedhof erinnert. Gehen Sie anschließend bitte zurück zum Hauptweg des Stadtparks und dann wieder nach Süden die kleine Treppe hinunter in Richtung des Ausstellungsgeländes mit den Burgmodellen, das von Ihnen aus gesehen auf der rechten Seite zwischen dem von alten Bäumen gesäumten Hauptweg und der Stadtmauer liegt.

Burgmodelle an der Stadtmauer

Der Stadtpark war einst ein Friedhof, und zwar sein westlicher Teil der evangelische Friedhof, der südöstliche Bereich der jüdische Friedhof, der ab Herbst 1939 von den deutschen Besatzern völlig zerstört und anschließend teilweise überbaut worden ist. An ihn erinnert ein Gedenkstein an der verkehrsreichen Hauptstraße Aleja 3 Maja, an der der Stadtpark endet.

Wenn Sie den Stadtpark auf seiner Südseite, also an der Aleja 3 Maja, verlassen, sehen Sie eine Fußgängerampel. Wir wechseln aber am besten nicht die Straßenseite, sondern gehen auf dem Bürgersteig auf der nördlichen Seite der Aleja 3 Maja weiter. Rechts erkennen Sie eine Sportanlage mit Fußball- und Basketballfeld, an die sich ein Spielplatz unmittelbar an der Stadtmauer anschließt. Bald darauf sehen Sie den Jungfrauenturm und gleich dahinter das Denkmal für das 66. Kaschubische Infanterieregiment.

Stadtmauer zwischen Jungfrauenturm und Spielplatz an der Aleja 3 Maja

Sobald Sie an diesem Denkmal vorbeigegangen sind, nutzen Sie bitte die Zebrasteifen, um auf die begrünte Insel in der Mitte der Fahrbahn und weiter auf die andere Seite der Aleja 3 Maja zu gelangen. Bitte achten Sie auf die Autos! Es herrscht oft starker Verkehr.

In diesem Kreuzungsbereich können Sie die Stadtmauer und ihren Verlauf gut sehen. An dieser Stelle ist ein interessanter Abstecher in die Altstadt möglich, denn wenn man die Aleja 3 Maja in südwestliche Richtung weitergeht, kann man nach bereits 50 m links die Garnisonskirche mit dem Katyń-Denkmal betrachten. Unmittelbar dahinter befindet sich die Stadtbibliothek, hinter der wiederum das Geburtshaus Kurt Schumachers steht. Kehren Sie anschließend bitte auf demselben Weg zum Kreuzungsbereich Ulica Wodna / Aleja 3 Maja, also zur Stadtmauer, zurück.

Stadtmauer zwischen Aleja 3 Maja und Ulica Toruńska

Wir verlassen nun den Kreuzungsbereich und gehen in südlicher Richtung an der historischen Wehrmauer den mit Granit gepflasterten Gehweg entlang, der erst nach etwa 350 m an der Ulica Toruńska endet. Wir kommen in einen ruhigen Bereich. Wenn Sie nach links sehen, erkennen Sie eine steile Böschung und Dutzende Meter weiter unten Kleingärten. Während Sie an der Stadtmauer weitergehen, die an diesem Abschnitt in den letzten Jahrzehnten oft instandgesetzt werden musste, haben Sie auch eine schöne Aussicht auf südlich der Altstadt gelegene Stadtteile. Wie Sie sehen werden, ist Chełmno, obwohl eigentlich im Flachland gelegen, eine durchaus „bergige“ Stadt.

Stadtmauer in der Nähe der Ulica Toruńska

Der Gehweg endet an einer weiteren verkehrsreichen Straße, der Ulica Toruńska. Wenn Sie hier einen Blick auf die andere, also die nördliche, Seite der Stadtmauer werfen, können Sie gut die Heilig-Geist-Kirche betrachten. Wir gehen jedoch auf dieser Straßenseite nicht weiter in die Altstadt hinein, sondern folgen der Ulica Toruńska ein kurzes Stück in südliche Richtung, denn direkt gegenüber dem Haupteingang zum katholischen Friedhof auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Zebrastreifen, an dem wir die Straße sicher überqueren können.

Stadtmauer in der Nähe der Martinskirche – Blick Richtung Pulverturm

Sobald Sie diesen Fußgängerüberweg genommen haben und am kleinen Parkplatz vor dem Haupteingang zum Friedhof stehen, haben Sie die Wahl: Sie können entweder durch den Haupteingang den Friedhof betreten und dessen Hauptweg folgen, um die südliche Seite der Stadtmauer  aus gewisser Entfernung zu betrachten, oder Sie gehen auf dem Bürgersteig die Ulica Toruńska in nördliche Richtung entlang, um unmittelbar hinter der Stadtmauer nach links in den Gehweg (an seinem Beginn befinden sich eine Reihe von Treppenstufen) einzubiegen, der direkt an der Stadtmauer und der Martinskirche entlang bis zum Pulverturm führt.

Katholischer Friedhof an der Stadtmauer und Pulverturm

Falls Sie sich für die Route über den Friedhof entscheiden, werden Sie dort bald rechts den ältesten und repräsentativsten Teil sehen. Dort liegen u. a. das Grabmal Nikodem Bardzkis und das Grab Wojciech Łożyńskis. Ein gewisses Stück weiter befindet sich  links direkt am Hauptweg das Grab Antoni Piotrowiczs. Der etwa 200 m lange Hauptweg des Friedhofs, der, wie Sie gut erkennen werden, teilweise auf stark abschüssigem Gelände angelegt worden ist, endet an einer Treppe, an der Sie bitte nach rechts nach oben gehen, also auf die Stadtmauer zu. Von der Treppe aus haben Sie einen guten Blick auf den obersten Bereich des Friedhofs und den Pulverturm. Den Friedhof verlassen Sie durch das kleine Tor in der Stadtmauer. Von dieser Stelle aus sehen Sie nach ein paar Schritten die der Altstadt zugewandte Seite des Pulverturms.

Schulzentrum Nr. 1 im Hintergrund und rechts die Franziskanerkirche

Wir verlassen nun vorübergehend die unmittelbare Nähe der Stadtmauer und folgen der in der Altstadt gelegenen Ulica Klasztorna in nördliche Richtung. An der Kreuzung mit der Ulica Szkolna können Sie nach links einen Abstecher zur Berufsschule machen. Von dieser Kreuzung aus erkennen Sie ebenfalls den Turm der Marienkirche. An der Ulica Szkolna liegt zudem, näher der Ulica Franciszkańska, die Culmer Akademie.

Bitte folgen Sie weiterhin der Ulica Klasztorna in nördliche Richtung. Sobald Sie die Kreuzung mit der Ulica Biskupia erreicht haben, sehen Sie links eine Mauer und dahinter, also links von uns gesehen, das große Grundstück des Klosters mit verschiedenen Gebäuden, auf der rechten Seite wiederum unmittelbar an der Straßenecke die 2023 modernisierte Turnhalle des Schulzentrums Nr. 1 sowie gleich dahinter die mächtige Franziskanerkirche.

Kloster an der Ulica Dominikańska, rechts Zaun des Schulzentrums Nr. 1

Wir nehmen den Zebrastreifen, überqueren die Ulica Biskupia in nördliche Richtung und gehen die Ulica Klasztorna weiter entlang auf die direkt an der Straße gelegenen Gebäude des Klosters zu. Rechts hinter der Turnhalle befindet sich das heutige Schulzentrum Nr. 1. Dieses eindrucksvolle Gebäude aus dem Jahr 1865 entstand damals als neuer Sitz für das Königlich Katholische Gymnasium.

Die Ulica Klasztorna endet an dieser Stelle zwischen Kloster und Schulgebäude und wir gehen jetzt nach rechts, also in östliche Richtung, die Ulica Dominikańska weiter. Die Stadtmauer verläuft hier in einem von der Straße aus nicht einsehbaren Bereich. Bitte folgen Sie der Ulica Dominikańska bis zur Ulica Rybacka. Unterwegs können Sie einen kurzen Blick in die schmale Ulica Franciszańska rechts werfen, an der, gleich gegenüber der Schule, das letzte Wohnhaus Kurt Schumachers in Chełmno (nicht sein Geburtshaus) steht.

Alte Promenade

Sobald wir die Kreuzung mit der Ulica Rybacka erreicht haben, von der aus Sie den etwa 100 m entfernten Wasserturm sehen, biegen wir in diese nach links ein. Sie führt zum ältesten Stadtpark, der Alten Promenade. Hier sehen wir links einen interessanten Abschnitt der Stadtmauer. Rechts jedoch musste die Wehrmauer an dieser Stelle bis in Höhe der Ulica Rynkowa den vor 145 Jahren gebauten Wohnhäusern weichen. Von der Alten Promenade aus fällt das Gelände nach Norden stark ab. Unterhalb sieht man in der blätterlosen Zeit des Jahres durch die Baumkronen den Stadtteil Rybaki im Weichseltal. Wir gehen in östlicher Richtung durch den etwa 200 m langen Park und erreichen schließlich die Ulica Wodna.

An der Ulica Wodna, die wir an dieser Stelle, auf den Autoverkehr achtend, auf dem Zebrastreifen überqueren, beginnt ein unmittelbar an der Stadtmauer entlangführender Gehweg, der bis zur Neuen Promenade geht. Wenn Sie möchten, können Sie einen Abstecher zur Dominikanerkirche machen. Das Gotteshaus liegt nur etwa 50 m „bergauf“ auf der von Ihnen aus gesehen linken Seite der Ulica Wodna. Im Sommer kann man die Kirche an manchen Tagen auch von innen besichtigen.

Stadtmauer zwischen Ulica Wodna und Neuer Promenade

Die Stadtmauer ist zwischen Ulica Wodna und Neuer Promenade sehr mächtig. Der an der Ulica Wodna beginnende schmale Gehweg geht nach etwa 150 m in diesen 190 Jahre alten Stadtpark über. Hinter der sog. Dominikanerbastei können Sie durch das vergitterte Tor in der Stadtmauer einen Blick auf das Veranstaltungsgelände „Mittelalterliche Siedlung“ werfen. In der Neuen Promenade gibt es einen Aussichtspunkt mit Blick ins Weichseltal und einen kleinen Spielplatz. Man kann hier mehrere Wege wählen. Einer führt weiterhin direkt an der Stadtmauer entlang, die nur durch einen Durchgang zur Ulica Rycerska unterbrochen wird. Es lohnt sich, die Stadtmauer an diesem Durchgang von beiden Seiten zu betrachten.

Stadtmauer im Bereich der Neuen Promenade

Die Grünflächen der Neuen Promenade, die bei Einwohnern und Touristen sehr beliebt ist, werden jedes Jahr im Frühjahr und Sommer mit Blumen bepflanzt. Auf einer der Flächen erkennen Sie zwei interessante Stelen. Am südlichen Ende der Neuen Promenade, die dort mit einem Springbrunnen abschließt, erreichen wir den Ausgangspunkt unseres Rundgangs, das Graudenzer Tor.

Rundgang nach Einbruch der Dunkelheit:

Selbst in den dunklen Monaten des Jahres kann man dank der vielen beleuchteten Gehwege jederzeit einen Spaziergang an der Stadtmauer unternehmen. Die folgenden Fotos vom 20. Februar 2024 zeigen die Stadtmauer an den Wegen zwischen Aleja 3 Maja – Ulica Toruńska, Ulica Toruńska – Ulica Klasztorna (Nordseite der Stadtmauer) bzw. Ulica Wodna – Neue Promenade.

Was den Abschnitt zwischen Ulica Toruńska und Ulica Klasztorna betrifft, sollte man abends den Gehweg an der Martinskirche nördlich der Stadtmauer nehmen und nicht den Weg über den Friedhof. Auf dem Friedhof gibt es nämlich keine Straßenlaternen o. ä.
Später, nachdem man von der Ulica Klasztorna aus am Kloster vorbeigegangen ist, sollte man von der Ulica Dominikańska aus bei Dunkelheit nicht nach links in die Ulica Rybacka Richtung Alte Promenade abbiegen, sondern die besser beleuchtete Ulica Dominikańska geradeaus – am Wasserturm vorbei – in östliche Richtung bis zur Dominikanerkirche an der Ulica Wodna gehen. Dort wendet man sich nach links, also nach Norden, und befindet sich nach etwa 50 Metern wieder an der im Beitrag beschriebenen Route, die von der Ulica Wodna aus direkt an der Stadtmauer bis zur Neuen Promenade verläuft.

An der Weichsel

Chełmno trägt zwar den Beinamen an der Weichsel, jedoch ist der mächtige Strom ein ganzes Stück von der Altstadt entfernt. Etwa zwei Kilometer muss man vom Markt bis zum Flussufer zurücklegen. Die relativ große Distanz hat den Vorteil, dass man bereits nach einem guten Kilometer in einer ruhigen und grünen Umgebung ist. Gab es vor vielen Jahrzehnten an der Weichsel in Chełmno noch Gastronomie, Badestelle und Fähre, spielt der Uferbereich des Flusses, obwohl er vollständig im Stadtgebiet liegt, heute eine eher untergeordnete Rolle für die Freizeitgestaltung der Einwohner. Wer jedoch Natur und Ruhe liebt, wird an der Weichsel auf seine Kosten kommen.

Im Folgenden möchte ich eine etwa 5,5 km lange Rundstrecke in unmittelbarer Nähe der Stadt vorstellen, die teilweise an der Weichsel entlangführt. Man kann sie sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad zurücklegen, wobei einige Abschnitte unbefestigte Wege bilden. Fast überall gibt es Gehwege und nur sehr mäßigen Autoverkehr.

Ulica Kamionka. Hier folgen wir dem Gehweg auf der linken Seite und gehen geradeaus.

Ausgangspunkt für unseren kurzen Ausflug ist die von der Altstadt hinab ins breite Weichseltal führende Ulica Kamionka, und zwar ihr nördlichster Abschnitt in Höhe der von links und rechts einmündenden Straßen Ulica Kilińskiego und Ulica Podgórna. Aus Richtung Altstadt kommend, benutzen wir den linken (westlichen) Gehweg an der Ulica Kamionka und gehen geradeaus. Bald lassen wir die letzten Häuser hinter uns und sind schon  im Grünen.

Ulica Powiśle

Die Ulica Kamionka geht in die zunächst asphaltierte, später mit Kopfsteinpflaster versehene Ulica Powiśle über. Die Ulica Powiśle ist etwa 900 m lang und bildet die einzige Zufahrtsstraße zu einer Schiffsanlegestelle an der Weichsel. Rechts und links gibt es Zufahrten und Fußwege zu ausgedehnten  Kleingartenanlagen, die seit 1951 im Gebiet zwischen Stadt und Weichsel entstanden sind. Die Kleingärten sind im Sommer wegen des waldähnlichen Parks rechts und links der Straße kaum zu erkennen.

Denkmal an der Ulica Powiśle

Dieser Park an der Ulica Powiśle, den wir durchqueren, war 1927 angelegt worden. Damals befand sich an der Weichsel noch eine Badeanstalt, so dass ein Interesse an gepflegten Fußwegen in Richtung Fluss bestand. Heute fühlt man sich, wenn man dem letzten schnurgeraden Stück der Ulica Powiśle folgt, wie in einem Wald. Fast am Ende dieser Straße sehen wir links ein Denkmal. Gleich danach folgen wir der langgezogenen Linkskurve, die uns auf den Flussdeich führt. In der Kurve, die allmählich in eine Rechtskurve übergeht, sehen wir links Gebäude des örtlichen Kanuvereins.

An dieser Stelle biegen wir nach links ab und folgen dem Flussdeich. Zur Schiffsanlegestelle geht es nach rechts.

Schließlich lichtet sich der Wald und wir erblicken zum ersten Mal die Weichsel. Für unseren Ausflug folgen wir dem Weichseldeich nach links, also nach Westen. Wer sich jedoch dem Flussufer annähern möchte, kann das hier am besten tun und einen kleinen Abstecher zur alten, in Sichtweite liegenden, Schiffsanlege- und Fährstelle machen. Dazu gehen bzw. fahren wir die vom Flussdeich in östliche Richtung nach unten führende Asphaltstraße entlang.

An ihrem Ende erreichen wir die Schiffsanlegestelle, die heute nur noch sporadisch genutzt wird. Wenn man an der Schiffsanlegestelle steht (bitte seien Sie, insbesondere bei Nässe, vorsichtig, es gibt kein Geländer), erkennt man im Hintergrund die 1963 gebaute Weichselbrücke, die Teil der bedeutsamen Landesstraße 91 (Europastraße 75) ist. Am anderen Weichselufer sieht man einen Flusshafen, der rein verwaltungsmäßig noch Teil des Stadtgebiets von Chełmno ist.

Nachdem wir uns von der Breite der Weichsel haben beeindrucken lassen, kehren wir zurück auf den Flussdeich und folgen nun der eigentlichen Strecke, die auf diesem Abschnitt auf dem mit Betonplatten ausgelegten Deich nach Westen verläuft. Links sehen wir zunächst ein Waldstück und etwa 300 m entfernt links des Wegs das Gebäude eines Pumpwerks mit rotem Dach. Wir bleiben auf dem Deichweg, nähern uns dem Pumpwerk und gehen am Zaun der Anlage vorbei. Wenn wir nach links schauen, erkennen wir über den Bäumen den Wasserturm, den Turm des historischen Rathauses sowie die Dächer der Marienkirche und der Franziskanerkirche in der Altstadt.

Etwa 100 m hinter dem Pumpwerk führt der Betonplatten-Weg nach links hinab und verläuft ab dieser Stelle ein paar Meter unterhalb der Deichkrone am Waldrand entlang. Für Radfahrer ist das sicherlich die bequemere Option. Wer aber die Aussicht auf die Weichsel genießen möchte, sollte auf der mit Gras bewachsenen Deichkrone bleiben. Wir sehen vom Deich aus rechts die breite Uferzone der Weichsel und links einen unter Naturschutz stehenden Wald.

Nach etwa 500 m verlassen wir dort, wo von rechts ein Betonplattenweg diagonal über die Deichkrone führt, den Deich und gehen nach links, also nach Süden, auf dem Waldweg in den Wald.

An dieser Stelle verlassen wir, um auf der 5,5 km langen Rundstrecke zu bleiben, den Deich und nehmen den nach links führenden Waldweg.

Es besteht auch die Möglichkeit, von dieser Stelle aus noch weitere 2,5 km auf dem Flussdeich bzw. dem unterhalb des Deichs verlaufenden Weg zu bleiben, um dann in der Nähe des Naherholungsgebiets am Jezioro Starogrodzkie über eine Straße und dann den Geh-/Radweg ab Naherholungsgebiet nach Chełmno zurückzugehen bzw. zu fahren. Diese Strecke ist jedoch mit knapp 11 km deutlich länger. Außerdem muss man, bevor man das Naherholungsgebiet erreicht, einen etwa 600 km Straßenabschnitt ohne Gehweg benutzen. 

Wir gehen bzw. fahren jetzt also vom Flussdeich aus auf einem Waldweg in südöstliche Richtung. Nach etwa 900 m erreichen wir eine kleine Brücke, die über einen Bach führt. Von dort aus gerade wir geradeaus weiter die Ulica Panieńska entlang, an der rechts und links Einfamilienhäuser stehen. Von hier aus sehen wir auch oberhalb dieses Stadtteils die Kirche und weitere Gebäude des Klosters in der Altstadt.

Wir gehen links auf dem Bürgersteig die Ulica Panieńska bis zu ihrem Ende entlang und biegen dann nach links in die Ulica Ogrodowa ein. Wir folgen nun der Ulica Ogrodowa nach Osten und gehen schließlich durch den Stadtteil Rybaki (Fischerei) mit seinen Kopfsteinpflaster-Gassen. Hier, im Stadtteil Rybaki, können Sie verschiedene Wege wählen, um die Ulica Kilińskiego zu erreichen, über die wir wieder zum Ausgangspunkt unserer Rundstrecke an der Ulica Kamionka kommen.

Spaziergang Gnadenkapelle – Studzienna – Kamionka – Neue Promenade

Tipp für einen sehr kurzen, aber treppenreichen Spaziergang im Grünen in unmittelbarer Nähe der Altstadt:

Die Gnadenkapelle nördlich des Graudenzer Tors erreicht man über die auf diesen Fotos zu sehende Treppe. Der Fußweg durch den Geländeeinschnitt (amtlich Ulica Studzienna) mit seinen steilen Hängen führt bis zur Ulica Kamionka. Dort wendet man sich nach links, geht ein Stück auf dem Gehweg die Ulica Kamionka bergauf und nimmt dann die schräg am Hang nach oben verlaufende Treppe, die durch den Park Neue Promenade zurück in Richtung Graudenzer Tor führt.