Gazeta Toruńska 16.07.1871

Der in Culm ansässige Korrespondent der polnischen Tageszeitung beklagt die wirtschaftlichen Folgen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/1871: Die bereits aus Frankreich nach Berlin fließenden Reparationszahlungen machen sich vor Ort nicht bemerkbar. Ein Culmer Kaufmann nach dem anderen meldet Bankrott an. Andere verbergen ihre Probleme nur mit Mühe. Der Korrespondent weist auf die Bedeutung staatlicher Einrichtungen hin, die die Groschen in die Stadt spülen, nämlich das Gymnasium, das Kadettenhaus und das Infanteriebatallion. Da die Infanteristen noch immer in Frankreich seien, stünden viele Mietwohnungen leer und selbst die Wirte würden über einen geringen Umsatz klagen, berichtet die Zeitung.


Die Digitale Bibliothek Kujawien-Pommern, die einen bequemen Zugriff auf regionalgeschichtliche Publikationen gestattet, wächst ständig. Durch die fortlaufende Digitalisierung vieler Tageszeitungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert lassen sich inzwischen viele bruchstückhafte Informationen über das Alltagsleben in Culm (Chełmno) finden, die einzeln gesehen eher unbedeutend sind, zusammengefasst aber interessante Erkenntnisse über gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen liefern können. Derartige historische Zeitungsmeldungen aus bzw. über Culm sind in der Kategorie Chronik abgelegt.

Gazeta Toruńska 18.09.1921

Antideutsche und antisemitische Ressentiments pflegt der namentlich nicht genannte Verfasser dieser Meldung in der Tageszeitung Gazeta Toruńska vom 18. September 1921. Er begrüßt den anhaltenden Wegzug von Juden und Deutschen aus der Stadt. Es seien nur noch fünf jüdische Kaufleute vorhanden, was – so der Verfasser – „für unser Chełmno noch zu viel ist, aber wir hoffen inständig, dass auch sie bald weggehen werden”. Im August 1921 hätten „Landsleute aus Amerika zwei jüdische Betriebe mit Kaufhäusern gekauft”. Außerdem habe der aus Oberschlesien stammende Pole Albin Gwóźdź das Unternehmen von M. Gelher, “des am meisten gehassten Getreideschiebers und Schützlings des letzten preußischen Landrats“, durch Pacht mit Vorkaufsrecht übernommen.


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