Schotten in Culm

Religiös bedingte Verfolgung in ihrer Heimat, aber auch das Streben nach wirtschaftlichem Erfolg veranlassten viele Schotten, ab dem 16. Jahrhundert ihr Glück auf dem europäischen Festland zu suchen. So siedelten sich schottische Familien auch im Weichselraum an, und zwar Protestanten vornehmlich in Danzig (Gdańsk) und Elbing (Elbląg), katholische Schotten unter anderem in der seit 1505 den Culmer Bischöfen gehörenden Stadt Culm, in der Katholiken besonders willkommen waren. Die Bischöfe bekämpften im 16. Jahrhundert die Reformation. Bischof Piotr Kostka (1574-1595) ordnete 1580 sogar an, dass diejenigen Einwohner protestantischen Glaubens, die sich nicht zum Katholizismus bekehren, die Stadt verlassen müssen. Erst 1678 garantierte Bischof Jan Małachowski Protestanten eine freie Ausübung ihrer Religion, um die Zuwanderung von Handwerkern aus Westeuropa zu fördern.
Sich in Culm niederlassende schottische Einwanderer integrierten sich schnell in die Gesellschaft. Einige von ihnen übernahmen führende Positionen im städtischen Leben. Einige Epitaphe (Gedenktafel für Verstorbene) in der Culmer Marienkirche erinnern an schottische Familie, die eine herausragende Stellung in der Stadt einnahmen.

Familie Forbes
Der 18-jährige Kaufmann Walter Forbes ließ sich 1696 in Culm nieder und war von 1725 bis 1733 gleichzeitig Ratsherr und Bürgermeister. Sein Vater war ein Grundbesitzer aus Roundlichnet in der Grafschaft Aberdeen. Sein Großvater mütterlichseits stammte ebenfalls aus dieser Region und besaß ein Gut in Bortie. Eine seiner Großmütter war Małgorzata Smith, die Tochter des Grundbesitzers Jakób Smith aus Rothiebeisben bei Aberdeen. Vermutlich waren es Mitglieder der bereits zuvor in Culm ansässigen Familie Smith, die Walter Forbes veranlassten, seine Heimat zu verlassen.
Sein Sohn Bałtazar war von 1719 bis 1721 in Culm als Richter tätig.
Walter Forbes’ Enkel Jerzy übte das Amt des Bürgermeisters aus, und zwar in den Jahren 1747 bis 1755. Er wurde 53 Jahre alt. Zwölf Jahre nach seinem Tod am 6. Oktober 1757 wurde in der Marienkirche ein Epitaph geschaffen.
Józef Forbes war in Culm von 1771 bis 1772 Richter und gehörte von 1769 bis 1774 dem Rat an.

Familie Czatter
Jan Czatter war von 1710 bis 1737 Bürgermeister von Culm, Piotr Dominik Czatter Ratsherr und Bürgermeister von 1761 bis 1769. Es bestanden verwandtschaftliche Beziehungen zur Familie Smith. Für die Familie wurde um das Jahr 1725 ein Epitaph in der Marienkirche aufgestellt.

Familie Smith
Der 1685 geborene Jan Smith übte von 1704 (oder 1707) bis 1712 das Amt des Bürgermeisters aus. 1704 heiratete er Elżbieta Schulz. Er verstarb 1721 und wurde mit einem Epitaph in der Marienkirche verewigt. Sein Sohn Jerzy Smith war 1719 Richter, gehörte von 1713 bis 1737 dem Rat an und war von 1733 bis 1736 auch Bürgermeister.

Familie Walter
Der 1626 geborene Tomasz Walter kämpfte im Zweiten Schwedischen Krieg und wurde 1660 Bürgermeister von Culm. Bereits sein Vater Jerzy übte in der Stadt die Funktion eines stellvertretenden Bürgermeisters aus und sorgte 1644 für eine Instandsetzung der heute nicht mehr vorhandenen Georgskirche in der Graudenzer Vorstadt. Tomasz Walter stellte 1675 sein Haus am Markt (Ecke ul. Toruńska) für eine Vergrößerung des Priesterseminars zur Verfügung. Er starb am 9. Februar 1698.
Michał Walter war von 1718 bis 1725 Propst der Marienkirche in Culm.

Überliefert sind die Nachnahmen weiterer Familien schottischen Ursprungs, die sich in Culm niedergelassen haben: Gordon, Herwow, Ahorn, Dominik, Black und Arbuthynat (Arbuthnot)

Quellen:

  • Jan Nierzwicki, 700 lat parafii chełmińskiej, Grudziądz 1933, S. 42-44, 46, 72
  • Zenon Nowak, Dzieje Chełmna do końca XVIII wieku, in: Marian Biskup (Red.), Dzieje Chełmna i jego regionu, Toruń 1968
  • Tadeusz Chrzanowski / Marian Kornecki, Chełmno, Wrocław-Warszawa-Kraków 1991, S. 105 f

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 17.02.2008]

Deutschsprachige Zeitungen aus Culm

Anna Soborska-Zielińska fasst in einem interessanten Aufsatz mit dem Titel Die deutsche Presse in Culm im 19. Jahrhundert (Prasa niemiecka w Chełmnie w XIX wieku), der am 30. Januar 2009 in der Wochenzeitung Czas Chełmna erschienen ist, Wissenswertes über deutschsprachige Zeitungen zusammen, die in der damals preußischen Stadt herausgegeben wurden. Weitere Informationen lassen sich dem von Horand Henatsch herausgegebenen Buch Kulm an der Weichsel. Stadt und Land im Wechsel der Geschichte 1232-1982, Bremervörde 1982, entnehmen.

Die erste Zeitung in deutscher Sprache wurde vom aus Berlin stammenden Drucker Wilhelm Teodor Lohde (geb. 1811) verlegt, der sich 1830 zunächst in Thorn (Toruń) niedergelassen hatte, dann aber nach Culm zog. Hier wechselte er mehrfach seinen Geschäftssitz. Letztendlich befand sich seine Druckerei in einem Gebäude auf dem Grundstück der heutigen Hauptpost. An der dem Markt zugewandten Seite befand sich das „Römische Hotel“ und im hinteren Bereich die Druckerei Lohdes, die Publikationen sowohl in deutscher als auch polnischer Sprache verlegte, so auch die polnische Zeitung Szkółka Narodowa.

Vom 6. September 1832 bis wahrscheinlich 1865 gab Lohde das Culmer Wochenblatt heraus. Ab 1835 druckte er auch Verfügungen und Bekanntmachungen der preußischen Verwaltung im Kreis-Blatt des Königlich-Preußischen Landraths zu Culm. Dieses Amtsblatt erschien bis in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Wilhelm Teodor Lohde starb am 30. Mai 1873 in Culm. Danach führte sein Sohn Wilhelm die Druckerei weiter.

Lohde erhielt 1848 Konkurrenz, als der aus Thorn stammende Drucker Carl Brandt eine Bücherei in Culm übernahm und diese mit einer Druckerei verband. Am 1. Januar 1849 erschien die erste Ausgabe des Culmer Boten, der auch nach dem Tod Brandts 1893, wenn auch unter verschiedenen Namen, ununterbrochen bis Anfang 1939 herausgegeben wurde. 1862 wurde der Culmer Bote, der sich zunächst bewusst auf lokale Meldungen und die Besprechungen örtlicher Ereignisse beschränkte, um viele Anzeigenkunden zu gewinnen, in Culmer Zeitung und Kreisblatt umbenannt. Diese genoss bei Journalisten in westlichen Landesteilen einen guten Ruf und so lieferte Brandt selbst Zeitungen in Hannover und Göttingen Nachrichten über Ereignisse in Westpreußen und im russischen Teil Polens.

Am 15. Januar 1897, also vier Jahre nach Brandts Tod, übernahm Gustav Goerz die Zeitung, die zu diesem Zeitpunkt 6000 Abonnenten hatte. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Wiedererstehung des polnischen Staats, zu dem Culm (poln. Chełmno) seit Januar 1920 gehörte, wurde der Name zunächst in Bote für das Culmer Land und dann in Culmer Zeitung geändert. Die Druckerei wurde in eine GmbH umgewandelt und von Egon Schulz als Geschäftsführer geleitet. Ab 1937 war Erich Huth (Hutt?) Pächter der Zeitung. Die Druckerei befand sich bis 1920 am Markt (Haus Nr. 13) und in der Zwischenkriegszeit an der ul. Grudziądzka 29.

Die relativ wenigen Exemplare der deutschsprachigen Zeitungen aus Culm, die erhalten geblieben sind (die größten Sammlungen in Polen besitzen gegenwärtig die Nationalbibliothek in Warschau und die Bibliothek der Jagiellonen-Universität in Krakau), gewähren einen Einblick in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der deutschen Bevölkerung Culms. Interessant sind zum Beispiel Anzeigen, die Rückschlüsse auf das Alltagsleben zulassen, sowie Auseinandersetzungen, die mit der polnischen Presse in nationalen Fragen geführt wurden.

Vielleicht besteht die Chance, dass auch diese Zeitungen im Laufe der nächsten Jahre im Rahmen der Digitalisierung von Periodika in sog. digitalen Bibliotheken allgemein zugänglich gemacht werden.

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 2. Februar 2009]


Dank Herrn Jürgen Könnecker aus Hohenhameln, der den fast vollständigen Jahrgang der Culmer Zeitung aus dem Jahr 1911 zur Verfügung gestellt hat, konnte ich einen Teil der Ausgaben “digitalisieren” (Anfertigung einfacher, aber lesbarer Fotos). Sie finden diese in der Kategorie Zeitung.

Archäologische Ausgrabungen am Lorenzberg (Kałdus)

Seit einigen Jahren rückt Culm (poln. Chełmno) wegen einer südwestlich der Stadt beim nahe gelegenen Dorf Kałdus entdeckten Siedlung aus dem frühen Mittelalter immer mehr ins Blickfeld der Historiker. Die Existenz eines Siedlungsbereichs am dortigen Lorenzberg (poln. Góra Św. Wawrzyńca) war schon seit über 120 Jahren bekannt, jedoch kommen erst heute Archäologen der Universität Toruń (Thorn) unter der Leitung von Prof. Dr. Wojciech Chudziak, die seit 1996 den rund 15 ha großen Bereich nach und nach untersuchen, zu Erkenntnissen, die von vielen als sensationell bezeichnet werden. Diese Siedlung, die als Vorgänger der heutigen Stadt Chełmno gilt, war wahrscheinlich eines der wichtigsten Verwaltungs- und Wirtschaftszentren des jungen polnischen Staats zur Zeit der Piasten. Die Piasten waren ein Herrschergeschlecht, das dem westslawischen Stamm der Polanen entstammte. Unter ihrer Führung gewann etwa ab dem Jahr 960 im Raum Gnieźno (Gnesen) / Poznań (Posen) ein Herzogtum an Bedeutung, das 966 nach der Taufe Mieszkos I. (ca. 935 – 992) in einem zunehmenden Spannungsverhältnis zu benachbarten heidnischen Stämmen stand. Mieszko I. gelang es durch die Annahme des römisch-katholischen Glaubens seine politische Stellung zu festigen und unter anderem durch Kreuzzüge sein Herrschaftsgebiet in nördliche Richtung auszudehnen.

Durch die jüngst bei Kałdus durchgeführten Ausgrabungen wurden Hinweise auf die Christianisierungsbemühungen im Bereich der späteren Stadt Chełmno während dieser Epoche sichtbar. An der Stelle einer vormals großen heidnischen Siedlung, die durch ihre Lage an wichtigen Verkehrswegen eine große Bedeutung für den Handel hatte, begann man nämlich in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts eine frühromanische Basilika zu errichten. Nach der Freilegung der bis zu einem Meter hohen, steinernen Grundmauern dieser nie vollendeten Kirche mit einer Länge von ca. 37 m und einer Breite von rund 17 m konnte man feststellen, dass diese von Größe und Anlage her mit den Kathedralen in Poznań und Gnieźno vergleichbar war. Prof. Chudziak schließt nicht aus, dass dieses Gotteshaus der Einrichtung eines Bistums dienen sollte. Mit Sicherheit sollte sie eine wesentliche Rolle bei der Christianisierung dieses Landstrichs spielen. Durch einen Einfall der heidnischen Pruzzen, die sich in den dreißiger Jahren des 11. Jahrhunderts gegen die christlichen Herrscher erhoben, zu einem nicht genau feststehenden Zeitpunkt auch die Siedlung bei Kaldus brandschatzten und dieses Gebiet bis zum 13. Jahrhundert kontrollierten, wurde ein Weiterbau der Kirche jedoch verhindert.

Einen weiteren Hinweis auf die herausragende Rolle des frühmittelalterlichen Chełmno spielt ein großflächiger Friedhof mit über 1500 Gräbern, die auf eine zahlreiche Einwohnerschaft unterschiedlicher Herkunft schließen lassen. Die Archäologen der Universität Toruń entdeckten unter anderem fünf Grabkammern, deren Konstruktion und Ausstattung davon zeugen, dass in ihnen Skandinavier beigesetzt worden sind. Prof. Chudziak geht davon aus, dass sich die Wikinger im Weichselgebiet zunächst vor allem als Händler betätigten und im Laufe der Entwicklung des Piastenstaates auch im Weichselgebiet ihre Dienste als Krieger anboten oder sogar Verwaltungsfunktionen übernahmen. In der Siedlung bei Kałdus lebte zur Piastenzeit eine größere Gruppe von Personen skandinavischer Herkunft als Nachbarn der einheimischen Slawen.

Bereits heute gilt als erwiesen, dass hier, in Sichtweite der heutigen Stadt Chełmno, im 11. und 12. Jahrhundert eine der größten befestigten Siedlungen an der unteren Weichsel lag, deren Einwohnerzahl erst sank, als 1233 südwestlich in geringer Entfernung die Gründung der Stadt Chełmno durch den Deutschen Orden im Bereich des heutigen Dorfes Starogród erfolgte. Am Lorenzberg verblieb ein Potterberg genannter Wachposten, der die junge Stadt sichern sollte. Für die Zeit vom 14. bis 17. Jahrhundert finden sich keine archäologischen Spuren mehr. Ende des 16. Jahrhunderts entstand eine Holzkapelle, zu der Pilgerfahrten unternommen wurden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfiel die Kapelle jedoch und wurde abgerissen.

Die Universität Toruń will die Ausgrabungsarbeiten, die unter anderem vom Versicherungsunternehmen Allianz finanziert werden, noch über viele Jahre fortführen. Es gibt Pläne, am Lorenzberg ein Freilichtmuseum einzurichten, um diese historische Stätte zu sichern und die Ergebnisse der Forschungen der Öffentlichkeit besser präsentieren zu können. Aus finanziellen Gründen hat dieses Projekt jedoch noch keine konkreten Formen angenommen.

Quellen:

  • Góra z tajemnicą, Czas Chełmna, 11.07.2003
  • Jesteśmy potomkami wikingów, Gazeta Wyborcza-Toruń 18.06.2004
  • Pod Świętym Wawrzyńcem, Biuletyn Komitetu Badań Naukowych “Sprawy Nauki”, Wydanie 2004/5 (21.05.2004)

Wissenschaftliche Literatur zum Thema – Reihe Mons Sancti Laurentii:

  • Chudziak, Wojciech, Wczesnośrednio- wieczna przestrzeń sakralna in Culmine na Pomorzu Nadwiślańskim, ISBN 83-231-1648-2, 198 Seiten, 2003
  • Chudziak, Wojciech (Red.), Wczesno- średniowieczny zespół osadniczy w Kałdusie. Studia przyrodniczo-archeologiczne, ISBN 83-231-1751-9, 315 Seiten, 2004

Weitere Fachliteratur über Kałdus:

  • Chudziak, Wojciech: Wikingerzeitliche Spuren des skandinavischen Brauchtums in Kałdus (Ostpommern) in: Archäologisches Korrespondenzblatt 33 (2003), 145-156
  • Chudziak, Wojciech: Wczesnośredniowieczne groby komorowe z Kałdusa pod Chełmnem na Pomorzu Wschodnim [Frühmittelalterliche Kammergräber aus Kaldus bei Chelmno in Ostpommern] in: Slavia Antiqua 42 (2001), 63-96, dt. Zusammenf.
  • Chudziak, Wojciech: Pierwsza katedra biskupów kujawsko-pomorskich. O badaniach archeologicznych w Kałdusie pod Chełmnem [Die erste Kathedrale der kujawisch-pommerellischen Bischöfe. Über archäologische Forschungen in Kaldus bei Chelmno] in: Pomerania. Miesięcznik Społeczno-Kulturalny 10/1998, 18-22
  • Chudziak, Wojciech: The early Romanesque building from Kałdus, voivodeship of Toruń – chronology and function, in: Quaestiones Medii Aevi Novae 4 (1999), 197-209
  • Chudziak, Wojciech: Badania wczesnośredniowiecznego zespołu osadniczego w Kałdusie, woj. toruńskie (1997 rok) [Forschungen zum frühmittelalterlichen Siedlungskomplex in Kaldus, Wojewodschaft Torun (1997)], in: Studia z Archeologii, Historii i Geografii Historycznej / Red. Jerzy Olczak. Toruń 1997 (Archaeologia Historica Polona; 6), 291-292.
  • Chudziak, Wojciech: Die Kirche im Burgwall von Kałdus bei Kulm (Chełmno), in: Europas Mitte um 1000, Bd. 1: Beiträge zur Geschichte, Kunst und Archäologie 1. Stuttgart 2000, 511-514.

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 23.01.2005]

Aktion T4 – Ermordung von Patienten der Psychiatrischen Anstalt Schwetz (Świecie)

Ein tragisches Schicksal nahmen im Herbst 1939 nach der Besetzung Polens durch das nationalsozialistische Deutschland die damaligen Patienten der 1855 gegründeten und bis heute bestehenden Psychiatrischen Anstalt in Schwetz (Świecie), die im Rahmen der sogenannten Aktion T4 ermordet worden sind. Es wird geschätzt, dass in den besetzten Gebieten Polens nach Kriegsbeginn innerhalb weniger Monate 10000 bis 15000 psychisch kranke Menschen systematisch getötet wurden[1]. Vom 10. bis zum 17. September 1939 wurden von den 1200 Patienten der Psychiatrischen Anstalt in Schwetz rund 1000 in Wäldern im Kreisgebiet erschossen. Bewohner umliegender Dörfer wurden gezwungen, vor Ort Massengräber auszuheben. Bekannt ist, dass die Morde von einer 30 Mann starken Einheit des volksdeutschen Selbstschutzes unter dem Kommando des Schwetzer Brauereibesitzers Rost begangen worden sind. Auch SS-Männer des Wachsturmbanns Kurt Eimann waren an dem Massenmord beteiligt. Unter den Opfern aus der Schwetzer Anstalt befanden sich 120 Kinder.[2]
Das Oberste Nationaltribunal Polens, vor dem sich der Gauleiter von Danzig-Westpreußen Albert Forster nach dem Krieg wegen seiner Verbrechen verantworten musste, befasste sich unter anderem mit der Umsetzung des sogenannten Euthanasieprogramms im westpreußischen Raum. In diesem Zusammenhang wurde Aleksander Zielonka, der während der fraglichen Zeit Pfleger in der Psychiatrischen Anstalt Schwetz war, als Zeuge vernommen. Er sagte über die “Liquidation” dieses Krankenhauses Folgendes aus:

Vorsitzende des Tribunals: Wie verlief diese Liquidation?
Zeuge Aleksander Zielonka: In die Anstalt für psychisch Kranke kam damals ein gewisser deutscher Arzt, aus Hamburg, wie man sagte, um die Liquidation der Anstalt durchzuführen. Seinen Namen kannte ich nicht. Sein Nachfolger war Dr. Neber. Tag für Tag kamen Lastkraftwagen zur Anstalt gefahren. Auf einen wurden jeweils sechzig Kranke geladen. Es kamen mindestens zwei Fahrzeuge. Sie wurden irgendwo in die Gegend von Jeżewo gebracht und dort am Wald erschossen. Von einem SS-Mann, an dessen Namen ich mich nicht erinnere, habe ich erfahren, dass sie deshalb erschossen wurden, weil sie eine Last für das Deutsche Reich waren. Die Liquidation dauerte etwa fünf, sechs Tage. Die übrigen Kranken, es waren 350 bis 370, wurden nach Kocborowo transportiert, wo sie auch erschossen wurden. Aus dem Munde eines Deutschen, der ein gutes Verhältnis mit den Polen unterhielt und für ein Gläschen Wodka viel erzählte, habe ich vom Verlauf der Exekution erfahren, bei der dieser Deutsche anwesend war. Er erzählte, dass aus dem Fahrzeug jeweils drei Kranke geführt wurden und im Bereich des Hinterkopfs erschossen wurden.
Danach wurde mit der Liquidation des Kinderpavillons begonnen. Die Kinder haben sich gefreut, dass sie mit einem Auto fahren, derweil wurden sie erschossen. Die Kinder wurden auf folgende Weise ermordet. Erst wurden sie alle auf eine Wiese gelassen und anschließend wurde auf sie geschossen wie beim Scheibenschießen.

Vorsitzende: Waren es viele Kinder?
Zeuge: Mehr als hundert.

Vorsitzende: Und alle wurden mit einem Transport weggebracht?
Zeuge: Ja, mit zwei Fahrzeugen.

Vorsitzende: Fand die Exekution an demselben Ort statt?
Zeuge: Ja, in Jeżewo.

Vorsitzende: In welchem Alter waren diese Kinder?
Zeuge: Im Alter von viereinhalb bis fünf Jahren.

Vorsitzende: Diese Kinder wurden also weggebracht und später wurde eine Jagd auf sie veranstaltet. Von wem haben Sie das erfahren?
Zeuge: Vom SA-Mann Treptow, der an dieser Exekution teilgenommen hat.

Vorsitzende: Hat Ihnen einer der SA-Männer erzählt beziehungsweise wissen Sie, auf wessen Anordnung die Vernichtung der geistig Kranken erfolgt ist?
Zeuge: Man sagte mir, dass man eine solche Anordnung aus Danzig (Gdańsk) erhalten habe.

Vorsitzende: Sind die polnischen Ärzte im Krankenhaus verblieben?
Zeuge: Sie blieben noch einen Monat lang, später kamen sie unter Hausarrest. Der Direktor der Anstalt wurde in unbekannte Richtung verschleppt. Man sagte, dass er getötet worden sei. Anderen Ärzten ist es gelungen zu flüchten.[3]

Quellen:
[1] Schenk, Dieter: Albert Forster gdański namiestnik Hitlera, Gdańsk 2002, S. 262
[2] Gut, Agata: Eutanazja – ukryte ludobójstwo pacjentów szpitali psychiatrycznych w Kraju Warty i na Pomorzu w latach 1939-1945, Website des Instituts des Nationalen Gedenkens www.ipn.gov.pl (03.04.2008)
[3] Podgóreczny, Marian: Albert Forster – gauleiter i oskarżony, Gdańsk 1977, S. 306 f

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 03.04.2008]

NS-Verbrechen am 8. Oktober 1939 in Schwetz (Świecie)

Am Culm gegenüberliegenden, westlichen Weichselufer erstreckt sich die Kreisstadt Schwetz (poln. Świecie), die 1938 von 8513 Menschen bewohnt wurde. Der Anteil der deutschstämmigen Bevölkerung in der Stadt betrug im Jahr 1934 6,5%. Im gesamten Kreisgebiet lebten fünf Jahre vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 70620 Personen polnischer Nationalität, 13691 waren deutscher Herkunft und 211 jüdischen Glaubens[1]. In den Vorkriegsjahren entwickelte sich im Kreis Schwetz eine Ortsgruppe der NSDAP, die im Juli 1937 51 Mitglieder zählte. An Parteiveranstaltungen nahmen im Frühjahr 1938 über 100 Personen teil[2].

Ähnlich wie in Culm vollzog sich auch in Schwetz nach der Einnahme des Kreisgebiets durch die Wehrmacht Anfang September 1939 rasch der Aufbau des nationalsozialistischen Machtapparats. Von den Besatzern durchgeführte Verhaftungen und Erschießungen von Teilen der einheimischen, polnischen und jüdischen, Bevölkerung sind als prägende Vorgänge während der ersten Monaten der Besatzung nach dem Krieg eingehend untersucht worden. Besonders bemerkenswert ist ein schriftlicher Zeugenbericht über einen Massenmord auf dem jüdischen Friedhof von Schwetz am 8. Oktober 1939. Bemerkenswert deshalb, weil er vom Kompanieführer der 3. Kompanie der Krankentransport-Abteilung 581 der deutschen Wehrmacht stammt, die in dieser Zeit in Schwetz stationiert war, und an Hitler gerichtet ist. Das Dokument hat folgenden Inhalt:

An den obersten Befehlshaber der Wehrmacht und Führer des Deutschen Volkes Adolf Hitler. Auf dem militärischen Dienstwege! Ich melde: Am Sonntag, den 8. Oktober 1939 gegen 13 Uhr berichteten mir der Unteroffizier Kleegraf, Gefreiter Kluge sowie der Gefreite Roschinski im Beisein aller Kompanieoffiziere (Stabsarzt Dr. Frenz, Stabsarzt Dr. Witte, Stabsarzt Dr. Bertram, Assistenzarzt Dr. Jürgens, Assistenzarzt Dr. Laarmann, Unterarzt Strausberg) was folgt: Sie seien am Sonntag, den 8 Okt. gegen 9.30 Uhr etwa 150 Wehrmachtskameraden auf dem Judenfriedhof in Schwetz Augenzeugen der standrechtlichen Erschiessung von etwa 20-30 Polen gewesen. Die Exekution sei ausgeführt worden von einer Abteilung, bestehend aus einem Angehörigen der Schutzstaffel, zwei Männern in alter blauer Schupouniform und einem Mann in Zivilkleidern. Die Aufsicht habe ein Sturmbannführer der Schutzstaffel geführt. Es seien bei der Exekution auch 5-6 Kinder im Alter von etwa 2-8 Jahren erschossen worden. Die Obengenannten sind bereit, ihre Aussagen zu beeiden, gez. Dr. Möller, Oberstabsarzt der Reserve und Kompanieführer[3]

Einen genauen Eindruck von diesem Massenmord vermittelt die Schilderung des in der Meldung genannten Gefreiten Kluge:

Am Samstag den 7.10.1939 hörte ich bei einem Rundgang durch die Stadt bei Gesprächen unter Kameraden, daß am Vormittag auf dem Judenfriedhof in Schw. eine größere Zahl Polen erschossen worden seien; und daß am Sonntagmorgen nochmals eine Erschießung stattfinden sollte. Das Gespräch über die bevorstehende Erschießung war unter den in Schw. untergebrachten Soldaten allgemein. Infolgedessen begab ich mich am Sonntagmorgen mit dem größten Teil meiner Kameraden zum Judenfriedhof, wo wir bis 9 Uhr erstmals vergebens warteten. Wir wollten uns schon wieder in unsere Quartiere begeben, als ein größerer Autobus, beladen mit Frauen und Kindern, zum Friedhof hineinfuhr. Wir gingen nun wieder zum Friedhof zurück. Wir sahen dann, wie eine Gruppe von einer Frau und drei Kindern, die Kinder im Alter von etwa drei bis acht Jahren, von dem Omnibus zu einem ausgeschaufelten Grab von 8 m Breite und 8 m Länge hingeführt wurden. Die Frau mußte in dieses Grab hinabsteigen und nahm dabei ihr jüngstes Kind auf dem Arm mit. Die beiden anderen Kinder wurden ihr von zwei Männern des Ex. Kdos. gereicht. Die Frau mußte sich bäuchlings, d.h. mit dem Gesicht zur Erde, flach ins Grab legen, ihre drei Kinder zur Linken in derselben Weise angereiht. – Danach stiegen vier Mann ebenfalls in das Grab, legten ihre Gewehre so an, daß die Mündungen etwa 30 cm vom Genick entfernt waren, und erschossen auf diese Weise die Frau mit ihren drei Kindern. Ich wurde dann aufgefordert v. d. aufs. führenden St. Bannf., mit zuschaufeln zu helfen. Ich kam diesem Befehl nach und konnte daher aus nächster Nähe jedes Mal sehen, wie die nächsten Gruppen Frauen und Kinder in derselben Weise erschossen wurden. Im ganzen 9-10 Frauen und Kinder, jedesmal zu vieren in demselben Massengrab. Der Erschießung sahen in einer Entfernung von ca. 30 m etwa 200 Soldaten der Wehrmacht zu. Etwas später kam ein zweiter Omnibus mit Männern auf den Friedhof gefahren, darunter befand sich noch eine Frau. Diese Männer mußten in das Grab, in dem die frischen Leichen nur notdürftig mit Sand zugestreut lagen, steigen, sich bäuchlings der Länge nach hinlegen, wo sie dann von den vier Männern des Kds. durch Genickschuß erledigt wurden. Im ganzen wurden an diesem Morgen etwa 28 Frauen, 25 Männer und 10 Kinder im Alter von 3-8 Jahren erschossen.[4]

Die Exekutionen werden der SS unter Befehl der Sturmbannführer Meier und Tietzmann zugeschrieben[5]. Am 7. Oktober, den der Gefreite Kluge zu Beginn seiner Schilderung erwähnt, waren über 20 jüdische Personen, die zuvor im Gefängnis beim Gericht festgehalten worden waren, von SS- und SA-Angehörigen durch die Straßen der Altstadt zum jüdischen Friedhof getrieben worden, der sich an der ul. Polna befand. Nachdem die Gefangenen gezwungen worden waren, ihr eigenes, zweieinhalb Meter breites und zwei Meter tiefes, Grab mit einer Länge von 17 Metern auszuheben, mussten sich jeweils vier Personen in das Grab hineinlegen und wurden erschossen. An dieser Hinrichtung, die von Soldaten der Wehrmacht beobachtet wurde, nahm neben den Deutschen in SS- und SA-Uniformen auf Anordnung eines SS-Offiziers auch ein Wehrmachtsangehöriger teil. Der Soldat Fritz Brauner bestätigte am 9. Februar 1946 in seiner Aussage vor einem Gericht in Recklinghausen, dass er dabei vier Menschen tötete. Die übrigen Soldaten weigerten sich, an der Exekution teilzunehmen, teilweise sollen sie offen ihre Empörung geäußert haben[6].

Angesichts der Erschießung der Kinder war der verbrecherische Charakter der Tat mehr als offensichtlich. Das Propagandagetöse, mit dem in den besetzten Gebieten Polens kaltblütige Morde an der einheimischen Bevölkerung oftmals als gerechte Bestrafung für vermeintliche Gewaltakte gegenüber Deutschen dargestellt wurden, musste spätestens an diesem Tag bei den zuschauenden Wehrmachtssoldaten in Schwetz im Nichts verhallen. Zu mehr als einem Protestschreiben, nachdem man sich das sonntägliche Schauspiel unter aktiver Teilnahme eines Kameraden hatte bieten lassen, waren die Soldaten dieser Einheit jedoch nicht bereit.

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Quellen:
[1] Wojciechowski, Mieczysław: Świecie w latach 1939-1945 (Schwetz in den Jahren 1939-1945), in: Miasta Pomorza Nadwiślańskiego i Kujaw w okresie I wojny światowej oraz w międzywojennym dwudziestoleciu (1914-1939). Zbiór studiów. Wydawnictwo Uniwersytetu Mikołaja Kopernika, Toruń 2000, S. 148 f.
[2] Wojciechowski, Świecie w latach 1920-1939, S. 188 f.
[3] Dieses Dokument wird mit Erläuterungen wiedergegeben in Bojarksa, Barbara: Zbrodnie niemieckie na terenie powiatu Świecie nad Wisłą (Deutsche Verbrechen auf dem Gebiet des Kreises Schwetz an der Weichsel), in: Przegląd Zachodni, Band 21 (1965); S. 96-118, S. 109
[4] Die Aussage Kluges wird im Wortlaut dargestellt in Madajczyk, Czesław: Die Okkupationspolitik Nazideutschlands in Polen 1939-1945, Pahl-Rugenstein Verlag; Köln 1988, S. 15 f; Die Meldung der 3. Kompanie des Armeekrankentransports 581 lag dem Oberkommando des Heeres am 11. Oktober 1939 vor.
[5] Madajczyk, S. 15
[6] Bojarksa, Zbrodnie niemieckie …, S. 108 f

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 26.11.2004]

Frédéric Chopin in Schwetz

Der Komponist Frédéric (Fryderyk) Chopin, 1810 in Żelazowa Wola rund 50 km westlich von Warschau geboren, gilt als bedeutendste Persönlichkeit der polnischen Musikgeschichte. Bevor er 1830 sein Heimatland für immer verließ, studierte er von 1826 bis 1829 in Warschau bei Józef Elsner. In diesen Jahren unternahm Chopin viele Reisen und begab sich auch zum ersten Mal ins Ausland. Wie über so viele Aspekte seines Lebens liegen auch über diesen Zeitraum keine vollständigen Überlieferungen vor, die eine lückenlose Beschreibung seiner Aufenthaltsorte erlauben. Sehr wahrscheinlich ist es, dass er 1827 für kurze Zeit die Region Culm – Schwetz besucht und im Gutshof der Familie Zboiński in Koslowo (poln. Kozłowo) während einer Reise nach Danzig eine Zwischenstation eingelegt hat.

Koslowo war ein kleines Dorf südwestlich von Schwetz und ist heute ein Teil der Stadt. Der Gutshof ist 1910 abgebrannt, erhalten sind nur zwei Nebengebäude. An den Besuch des Komponisten erinnert eine Gedenktafel mit der Inschrift “Zur Erinnerung an den Aufenthalt Frédéric Chopins in Koslowo und Schwetz im Sommer 1985″, die am 27. November 1985 vom Schwetzer Ortsverein des Polnischen Verbands für Touristik und Landeskunde (PTTK) auf einem Findling in der Nähe des früheren Gutshofs angebracht wurde.

Dass es diesen Besuch gegeben hat, ist sehr wahrscheinlich. In einem in Kowalewo bei Płock verfassten Brief an seine Eltern beschreibt Chopin, dass ihn eine Reise über Turzno nordöstlich von Thorn (Toruń) und Koslowo bei Schwetz bis nach Danzig führen wird. Zweifel bestehen jedoch daran, ob er diese im Jahr 1825 unternahm. Der genannte Brief ist nämlich beschädigt und trägt kein Datum. Professor Andrzej Bukowski geht in einem 1987 veröffentlichten Artikel davon aus, dass der Brief nicht aus dem Jahr 1825 stammt, sondern zwei Jahre später verfasst wurde. Bukowski hat festgestellt, dass der 17-jährige Chopin Teil einer Reisegesellschaft war, die im August 1827 im Danziger Hotel Drei Mohren Quartier nahm. Zu dieser gehörte, wie es das Intelligenz-Blatt für den Bezirk der Königlichen Regierung zu Danzig vermeldete, unter anderem Graf Zboiński aus Koslowo. Bukowski nimmt an, dass Chopin vom 10. bis 15. und vom 21. bis 25. August in Danzig war. Dazwischen, vom 16. bis 20. August, hielt er sich auf dem Gut des Grafen Sierakowski in Großwaplitz (poln. Waplewo Wielkie) östlich von Stuhm (poln. Sztum) auf.
Daraus folgt, dass die von Chopin seinen Eltern angekündigte Reise tatsächlich stattgefunden hat. Von Turzno aus führte die Fahrt mit der Kutsche sicherlich über Culmsee (Chełmża) bis nach Culm (Chełmno), um dort die Weichsel zu überqueren. In Koslowo bei Schwetz war Chopin wahrscheinlich vom 4. bis 8. August 1827, um dann mit seinem Gastgeber, dem Grafen Zboiński, den er schon in Kowalewo getroffen haben dürfte, nach Danzig weiterzureisen. Möglich ist, dass er auch auf der Rückreise hier Station machte. Ob der junge Komponist den August 1827 tatsächlich so verbracht hat, ist nicht vollkommen gesichert. Unklar ist nämlich, mit wem Chopin wieder zurück ins zum russischen Teilungsgebiet gehörende Kowalewo und dann weiter nach Warschau gereist ist. Als Minderjähriger konnte Chopin die russisch-preußische Grenze nämlich eigentlich nur in Begleitung eines Erwachsenen überqueren, in dessen Pass er eingetragen war. Dazu fehlen bisher nähere Angaben.

Graf Ksawery Zboiński war mit den Eltern Chopins befreundet. Sie wählten ihn als Taufpaten für ihre Tochter Emilia aus. 1795 in Koslowo geboren, erbte Ksawery Zboiński das väterliche Gut, zu dem insgesamt 4855 ha Land gehörten. Hier soll er auch vornehmlich gewohnt haben. Nach dem gescheiterten Novemberaufstand 1830 geht er in die Emigration nach Krakau. Anfang 1848 nimmt er an einer militärischen Erhebung gegen die preußische Regierung teil, die er mit 40000 Talern und einer 40 Mann starken Einheit unterstützt. Er wurde festgenommen und in Graudenz (Grudziądz) sowie Pillau inhaftiert. Ksawery Zboiński starb 1853 in Koslowo, vier Jahre nach dem frühen Tod Frédéric Chopins.

Quellen:
Andrzej Bukowski, Chopin w Kozłowie, Kociewski Magazyn Regionalny nr 3, Tczew 1987
Jan. A. Kamiński, W Kozłowie Chopin grał mazurki, Kociewski Magazyn Regionalny nr 1, Tczew 1986
Piotr Mysłakowski, Andrzej Sikorski: Ksawery Zboiński (1795-1853), veröffentlicht im Juni 2006 auf der Website des Narodowy Instytut Fryderyka Chopina

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 13.01.2008]

Internierungslager Kępa Panieńska (04.11.1982 – 02.02.1983)

Trotz der Einführung des Kriegsrechts am 13. Dezember 1981 und der anschließenden Verhaftungen tausender Oppositioneller im Laufe des Jahres 1982 ließen sich die Mitglieder und Anhänger der Gewerkschaft Solidarität in Polen nicht unterkriegen und setzten sich im Untergrund weiter für eine demokratische Zukunft ihres Landes ein. Vor genau 25 Jahren kam es in Chełmno (Culm) zu einem Ereignis, das die Verbissenheit, aber auch die Furcht der kommunistischen Machthaber belegte, der schleichenden Revolution in den Köpfen und Herzen der überragenden Mehrheit der Polen nicht Herr werden zu können.

Im November 1982, also kurz vor dem ersten Jahrestag der Ausrufung des zu diesem Zeitpunkt immer noch andauernden Kriegsrechts, berief die Armee viele als Oppositionelle bekannte Männer zu Wehrübungen ein. Schon bald zeigte es sich, dass es in erster Linie nicht darum ging, die militärischen Fähigkeiten dieser Reservisten zu heben, sondern nur darum, sie von der Gesellschaft zu separieren und sie Tag und Nacht kontrollieren zu können.

Die sog. Wehrübungen wurden auf Befehl des Chefs des Generalstabs der polnischen Armee vom 26. Oktober 1982 an 13 Militärstandorten in ganz Polen abgehalten. De facto handelte sich um Internierungslager für mindestens 1500 “politisch unsichere” Personen, in denen man diese umerziehen wollte.

Eines dieser Internierungslager befand sich vom 4. November 1982 bis zum 2. Februar 1983 ganz in der Nähe von Chełmno auf der Nonnenkämpe (poln. Kępa Panieńska), einem Bereich zwischen Schutzdeich und Weichselufer, der sich gut bewachen ließ. Von den etwa 300 in Zelten untergebrachten “Soldaten” aus Nordpolen, darunter drei Einwohnern der Stadt Chełmno, wurde bedingungsloser militärischer Gehorsam verlangt. Es war ihnen verboten, das Lager zu verlassen. Die Wärter hatten Befehl, Fluchtversuche mit scharfer Munition zu verhindern.

Die Oppositionellen waren im Lager so verteilt, dass Personen aus einer Stadt oder einer Fabrik keinen Kontakt miteinander hatten. Ihre Rechte waren stark eingeschränkt. Die religiöse Betätigung wurde behindert. Briefe wurden zensiert, Begegnungen mit Familienangehörigen waren nur unter Aufsicht in einer Kaserne in der Stadt möglich, und zwar nur sonntags und anfänglich nur 15 Minuten lang. Erst später wurden die Besuchszeiten etwas verlängert. Informationen von draußen erreichten das Lager auch über das Küchenpersonal, das die Verpflegung aus der Kaserne in der Stadt an die Weichsel brachte. Das Brennmaterial, mit denen die Zelte bei winterlichem Wetter beheizt wurde, war knapp, ebenso wie sauberes Wasser. Die medizinische Versorgung war schlecht. Mirosław Polipowski aus Łódź (Lodsch) erinnert sich zudem an ständige Drohungen, Psychoterror, unsinniges Ausheben von Erdlöchern und das Fällen von Bäumen. Täglich wurde zehn Stunden lang gearbeitet. Als Protest gegen die schlechte Behandlung und die unerträglichen Bedingungen traten die Lagerinsassen mehrmals in Hungerstreik. Viele erlitten schwere Schäden an ihrer Gesundheit.

Den Einwohnern von Chełmno wurde offiziell erklärt, dass im Lager an der Weichsel Kriminelle untergebracht seien. Nach der Flucht des Häftlings Roman Malinowski aus Szczecin (Stettin), der in der Marienkirche bei Pfarrer Jan Kujaczyński Hilfe suchte und fand, ließ sich der wahre Charakter des Lagers jedoch nicht länger verbergen. Der Initiative der Kirche, nämlich der Pfarrer Jan Kujaczyński und Czesław Rajda, hatten es die Inhaftierten zu verdanken, dass unter den Einwohnern von Chełmno Medikamente und Lebensmittel für die Lagerinsassen gesammelt und unter anderem von Dr. Zofia Zychowa und Elżbieta Michalak, die beide der Solidarität angehörten, ins Lager gebracht wurden. Für die Beförderung zwischen Stadt und Lager boten örtliche Taxifahrer uneigennützig ihre Hilfe an. Józef Pintera aus Bydgoszcz (Bromberg), der als Funktionär der Solidarität ebenfalls im Lager inhaftiert war, erinnert sich, dass im letzten Monat Informationen über das Lager bis in seine Heimatstadt gedrungen sind und auch Radio Freies Europa über das Schicksal der Internierten berichtete.

Die Existenz des am 2. Februar 1983 aufgelösten Internierungslagers wurde später lange Zeit von offiziellen Stellen geleugnet. Von 1984 bis mindestens 1989 trafen sich viele Inhaftierte einmal jährlich in Chełmno. Pfarrer Jan Kujaczyński hielt aus diesem Anlass jeweils eine Messe und stellte Räumlichkeiten seiner Kirchengemeinde für das Treffen zur Verfügung.
An das Schicksal der Insassen des Internierungslagers 1982/1983 und die von Einwohnern der Stadt geleistete Hilfe erinnern eine Gedenktafel in der Marienkirche und seit dem 11. November 2007 auch ein in einem städtischen Park enthülltes Denkmal.

Dieses Solidaritäts-Denkmal besitzt zwei Tafeln.

Die erste trägt die Inschrift:
MIESZKAŃCOM CHEŁMNA ZA UDZIELONĄ POMOC. INTERNOWANI Z OBOZU WOJSKOWEGO KĘPA PANIEŃSKA 5.11.1982-2.02.1983. CHEŁMNO, 11.11.2007.

Übersetzung:
DEN EINWOHNERN CULMS ALS DANK FÜR DIE GEWÄHRTE HILFE. DIE INTERNIERTEN DES ARMEELAGERS NONNENKÄMPE 5.11.1982-2.02.1983. CULM, DEN 11.11.2007.

Die zweite Tafel besitzt eine längere Inschrift:
WOJSKOWY OBÓZ INTERNOWANYCH CHEŁMNO KĘPA PANIEŃSKA 5.11.1982-2.02.1983. 305 INTERNOWANYCH ZE SZCZECINA, KOSZALINA, ŁODZI, SŁUPSKA, GDAŃSKA, ELBLĄGA, OLSZTYNA, BYDGOSZCZY, TORUNIA, WŁOCŁAWKA. BYLI TO DZIAŁACZE OPOZYCJI DEMOKRATYCZNEJ, CZŁONKOWIE NSZZ “S”.

Übersetzung:
ARMEE-INTERNIERUNGSLAGER CULM NONNENKÄMPE 5.11.1982-2.02.1983. 305 INTERNIERTE AUS STETTIN, KÖSLIN, LODSCH, STOLP, DANZIG, ELBING, ALLENSTEIN, BROMBERG, THORN UND LESLAU. ES HANDELTE SICH UM FUNKTIONÄRE DER DEMOKRATISCHEN OPPOSITION, MITGLIEDER DER UNABHÄNGIGEN SELBSTVERWALTENDEN GEWERKSCHAFT “SOLIDARITÄT”.

Quellen:

  • Izabela Walicka, To był obóz dla internowanych, Czas Chełmna 09.11.2007, S. 6
  • Wojciech Polak, Czas ludzi niepokornych, Toruń 2003, S. 98 f
  • Tomasz Chinciński, Ekstrema w obozie, Biuletyn Instytutu Pamięci Narodowej 2006, Nr. 11-12, S. 53 ff (verfügbar als PDF-Datei auf der Website www.ipn.gov.pl)

[Erstveröffentlichung des Beitrags: 02.01.2008]

Telefonbuch 1939

Nach dem Adressbuch aus dem Jahr 1928 veröffentliche ich heute die die Stadt Chełmno betreffenden Einträge aus dem 1939 erschienenen amtlichen Telefonbuch für den Raum Bydgoszcz (Spis abonentów sieci telefonicznych Dyrekcji Okręgu Poczt i Telegrafów w Bydgoszczy i Polskiej Akcyjnej Spółki Telefonicznej w mieście Bydgoszczy na 1939 r.), das vollständig in der Digitalen Bibliothek Kujawien-Pommern eingesehen werden kann.

Die Einträge des in der Amtssprache Polnisch herausgegebenen Telefonbuchs werden im Original wiedergegeben. In eckigen Klammern habe ich jeweils erläuternde Übersetzungen ins Deutsche hinzugefügt. Die Straßennamen sind wie im Original ohne vorangestellte Zusätze wie „ul.“ usw. angegeben. Das historische Straßenregister für die Stadt Culm wird Ihnen bei der Orientierung helfen. Die Straßennamen entsprechen im Übrigen in vielen Fällen den heutigen, so dass Sie sich mit Hilfe des aktuellen Stadtplans, auf den im historischen Straßenregister verwiesen wird, gut zurechtfinden dürften.

 

20.11.2008 Andreas Prause

 

CHEŁMNO

A
77 – Apteka pod Orłem i drogeria, mgr Bronisław Jasiński, Rynek 9 [Apotheke und Drogerie]
161 – Apteka Radziecka, E. Hempel, Rynek 24 [Apotheke]

B
57 – Badziong M., restaur., kawiarnia “Gastronomia”, Marsz. Focha 24 [Restaurant]
BANKI [Banken]:
75 – Deutsche Volksbank. Bank Spółdzielczy z o. o. w Bydgoszczy, oddz. w Chełmnie, Rynek 22 [Genossenschaftsbank in Bromberg, Filiale in Culm]
50 – Komunalna Kasa Oszczędności pow. Chełmińskiego, Dworcowa 3 [Kommunale Sparkasse für den Landkreis Culm]
1 – Spółdzielczy Chełmiński, Spółdz. z o. o., Hallera 4 [„Culmer Genossenschaftsbank GmbH”].
87 – Boruta Franciszek, skład pomocniczy P. M. Spiryt., Dworcowa 8 (Spirituosen)
108 – Bredefeldt Teodor, przedsiębiostwo budowlane, arch. budown., 22 Stycznia 40-42 [Bauunternehmen, Architekt]
92 – Browar Bydgoski, filia Chełmno, Dworcowa 15 [„Bromberger Brauerei”, Filiale Culm]
4 – Bukowski Bernard, autodorożka, Wodna 31 [Busunternehmen]

C
53 – Cegielnia “Saturn”, inż. A. Dziedziul i Ska, Szosa Łunawska 2 [Ziegelei „Saturn”]
158 – Chełmińska Cegielnia Parowa. wł. M. Nelke, L. Rost, Polna 29 [Culmer Dampfziegelei]
155 – Chmurzyński Józef. tyton, wina, wódki, kiszarnia ogórków i kapusty, Wodna 29 [Tabak, Wein, Wodka, saure Gurken, Sauerkraut]
140 – Culmer Zeitung (Gazeta Chełmińska), księg. i drukarnia spółkowa, Marsz. Focha 29 [auch Buchhandlung und Druckerei]

D
148 – Drążkowski Joachim. Rycerska 27
166 – Drążkowski Józef, dr med., lekarz, Dworcowa 6 [Arzt]
53 – Dziedziul Alfred, inż. dypl.. wł. cegielni i prezes Związku Cegielni (Cegielnia “Saturn”) [Dipl.-Ing., Besitzer der Ziegelei „Saturn” und Vorsitzender des Ziegeleiverbands]
152 – Dziekan L., skład żelaza i art. rolniczych, Hallera 1 [Eisenwaren und landwirtschaftliche Artikel]

E
93 – Ebłowskl Stanisław, ślusarnia budowlana, Marsz. Focha 32 [Bauschlosserei]
125 – Erdmann Teodor, hurtownia piwa i fabryka wód mineralnych, Marsz. Focha 30 [Biergroßhandel und Mineralwasserfabrik]
98 – Ewangelicki Dom Towarzystw. hotel i restaur., zarządca Fiebig Adolf, Świetojerska 3 [Evangelisches Vereinshaus, Hotel und Restaurant, Verwalter Adolf Fiebig]

F
84 – Feibel M., handel drzewa, zboża i ziemiopłodów, Dworcowa 32 (Handel mit Holz, Getreide und Bogenerzeugnissen)
86 – Filarski A., skł. tow. kolon., delik, restaur., Marsz. Focha 9 [Kolonialwarenladen, Delikatessen, Restaurant]
81 – Fitzermann Bracia, fabryka obręczy i hurt wiklin, Polna 8 – 10 [Gebrüder Fitzermann, Reifenfabrik und Großhandel mit Weidenruten]
114 – Frankowski Bolesław, rybołówstwo, Rynkowa 6 [Fischfang]
149 – Frąckowski Jan, mistrz rzeźnicki, Biskupia 6 [Schlachtermeister]
104 – Frąckowski Wład., cukiernia i kawiarnia, Biskupia 2 [Konditorei und Cafe]

G
15 – Gołęblewski Z., skład żelaza, Rynek 1 [Eisenwarengeschäft]
142 – Górecki Stefan, materiały budowlane, Wodna 37 [Baustoffe]
45 – Grzankowski, Józef, skład towarów kol. i restauracja, Rynek 11 [Kolonialwarenladen, Restaurant]

H
10 – Henatsch Werner, właśc. dóbr ryc. Kobyły, poczta Małe Czyste [Rittergutsbesitzer Kobyły, Postamt Małe Czyste]
165 – Hotel Centralny, właśc. Walery Janowski, Dworcowa 23
68 – Huth Hans, przemysł druciany i żelazny, 22 Stycznia 30 [Draht- und Eisenindustrie]

J
78 – Jeske Stefan, b. dyr Pom. Izby Roln., major rez., Uść [ehemaliger Direktor der Pommernschen Landwirtschaftskammer, Reserveoffizier]

K
51 – Kamińska Maria, rozlewnia piwa, Rynkowa 5 [Bierabfüllung]
95 – Kasztelan Józef, wytwórnia soków owoc., hdl. tow. kolon. i restauracja, Dworcowa 24 [Fruchtsafterzeugung, Kolonialwarenhandlung und Restaurant]
80 – Katolicki Urząd Parafialny, Franciszkańska 8 [Katholisches Pfarramt]
8 – Kęsik St., mistrz rzeźnicki, Marsz. Focha 28 [Schlachtermeister]
127 – Kierownictwo Budowy Obwałowania Wisły pod Chełmnem, Rynek 19 [für den Bau der Weichseldämme bei Culm zuständige Behörde]

KOLEJE [Bahn]:
3 – ekspedycja towar., Dworcowa 41 [Güterabfertigung]
55 – ekspedycja towar., Stolno [Güterabfertigung]
88 – Komenda Garnizonu [Garnisonskommandantur]
9 – Komenda P. W. i W. F. [Kommandantur der Organisation für militärische Ausbildung und Leibeserziehung]
21 – Koncern Chmielowy Ska z o.o. Lwów, Słodownia w Chełmnie, Biskupia 23a [Hopfenkonzern GmbH Lemberg, Mälzerei in Culm]
124 – Kośmider Antoni, mistrz ślusarski, Toruńskie Przedmieście 18 [Schlossermeister]
6 – Kraffke W., skład żelaza, Marsz. Focha 34 [Eisenwarengeschäft]
66 – Krąkowski Tadeusz, pow. lekarz wet., Dworcowa 26 [Kreistierarzt]
42 – Kryska Jan, dr med, pl. Marsz. Piłsudskiego 3
41 – Krzywoszyński Alojzy i Franciszek, skł. żel., Marsz. Focha 33 [Eisenwarengeschäft]
91 – Księża Pallotyni, dom misyjny, Dworcowa 38 [Pallottiner – Gesellschaft apostolischen Lebens, Missionshaus]
90 – Kurowski Antoni, mistrz piekarski i właśc. parowej piekarni, Marsz. Focha 13 [Bäckermeister und Dampfbäckereieigentümer]
157 – Künzle Erwin, obywatel ziemski, Małe Czyste, pow. Chełmno [Grundbesitzer]
40 – Künzle Gustaw, handel zboża i nasion, Podmurna 2 [Getreide- und Saatguthandel]

L
69 – Lamparczyk Feliks, kupiec, Wodna 28 [Kaufmann]
171 – Landbund Weichselgau, St. z., Toruńska 5 [eingetragener Verein]
46 – Lemon Jan, spedytor, transport mebli, Rycerska 17 [Spediteur, Möbeltransporte]
160 – Licznerski Józef, adw., b., 22 Stycznia 8 [Rechtsanwalt, Büro]
52 – m. , Dworcowa 29 [Wohnung]
60 – Loga von, wł. dóbr. ryc., Wichorze [Rittergutsbesitzer]
43 – „Lukullus“ fabr. cukrów i czekolady Bydgoszcz, filia Chełmno, hurt i detal, Rynek 2 [Süßwaren- und Schokoladenfabrik „Lukullus” Bromberg, Filiale Culm, Groß- und Einzelhandel]

M
123 – Mańkowski Antoni, przedstawiciel Browaru Skierniewickiego, Biskupia 17 [Vertreter der Brauerei Skierniewice]
111 – Mączkowski Antoni, fabryka wyrobów cementowych, budownictwo studzien, zakład kamieniarsko-rzezbiarski, Dworcowa 2 [Fabrik für Zementerzeugnisse, Brunnenbau, Steinmetz- und Bildhauerarbeiten]
18 – Meseck A. i Schultze W., biuro, zakup zboża, sprzedaż i wymiana mąki, drzewo użytkowe i budowlane, Marsz. Focha 19 [Büro, Getreideankauf, Verkauf und Tausch von Mehl, Nutz- und Bauholz]
19 – młyn parowy, tartak i heblarnia, Nowe Dobra [Dampfmühle, Säge- und Hobelwerk]
82 – Michalski Bolesław, dr, notariusz, Rynek 7 [Notar]
54 – Mleczarnia Spółkowa, Stolna [Molkerei]
154 – Młyn elektryczny, Brzozowo, pow. Chełmno, właśc. Alfred Schmautz [elektrische Mühle]
116 – „Młyn Nadwiślański”, J. Bartel, Toruńska 13 [„Weichselmühle”]

N
58 – Neumann Henryk, skł. tow. kolon., Rynkowa 2 [Kolonialwarenladen]

O
2 – Oesterle Ella, handel ziemiopłodami, Wodna 27 [Handel mit Bodenfrüchten]
73 – Osiecki Bronisław, dr, lek. Hallera 3 [Arzt]

P
POCZTA, TELEGRAF i TELEFON [Post-, Telegrafen- und Telefonamt]:
101 – naczelnik urzędu, b. [Amtsleiter Büro]
– (dod.) m [zusätzlich Wohnung]
102 – kancelaria [Kanzlei]
164 – główna kasa [Hauptkasse]
198 – ekspedycja [Ausgabestelle?]
5 – okienko II [Schalter II]
13 – okienko VI [Schalter VI]
97 – nadzór techniczny b. [technische Überwachung, Büro]
107 – m. [Wohnung]
109 – monter, m. [Monteur, Wohnung]
200 – warsztat monterów [Werkstatt der Monteure]

170 – Pohlmann, Fryderyk, lekarz, Dworcowa 8 [Arzt]

POLICJA PAŃSTWOWA [Staatliche Polizei]:
7 – komenda powiatowa, Dworcowa 1 [Kreiskommandantur]
106 – komendant powiatowy, komisarz Polakowski Teofil, m., Dworcowa 8 [Kreiskommandant, Wohnung]
30 – posterunek, Rynek 14 [Wache]
131 –
132 –
135 –
– (dod.) Dorposz Szlachecki

24 – „Przechowo”, młyny i tartaki, Sp. Akc. w Przechowie, oddział w Chełmnie, Marsz. Focha 21 [Mühlen und Sägewerke Aktiengesellschaft in Przechowo, Filiale in Culm]
113 – Przegląd Chełmiński, drukarnia, Marsz. Focha 21 [„Culmer Rundschau”, Druckerei]
14 – Przybylski Tadeusz, przemysłowiec, „Polmin”, benzyna, oleje i smary, Szkolna 4 [Benzin, Öle, Schmiermittel]
141 – Puczyński Alojzy, kawiarnia i cukiernia, Marsz. Focha 1 [Cafe und Konditorei]
22 – Pusłowski Wojciech, hr., właśc. dóbr, Grubno [Graf, Gutsbesitzer]
63 – Puttkamer – Kleszczyńska, dr, lek., Wodna 15 [Ärztin]

R
27 – Raciniewski Stanisław, maj., Rybieniec [Major]
144 – Rediger Stanisław, mistrz piekarski, Wodna 26 [Bäckermeister]
128 – Reiss Oskar, skład tow. kolon. i handel sprzętów kuchennych, Marsz. Focha 6 [Kolonialwarenladen und Handel mit Küchengeräten]
62 – Renkielska Elfryda, handl. skór surowych, Rycerska 29 [Rohlederhandel]
130 – Renkielski Jan, rakarnia, Klamry [Abdeckerei]
26 – „Rolnik” Oddz. Grudziądza Sp. roln.-handl. z o.o., Rynek 26 [„Landwirt“ Graudenz landwirtschaftl. Handelsges. mbH, Filiale]
72 – Rosiński Józef, adw., Toruńska 1 [Rechtsanwalt]

S
154 – Schmautz Alfred, młyn elektr. i rolnictwo, Brzozowo, pow. Chełmno [elektrische Mühle und Landwirtschaft]
79 – Seidel Karol, Rynkowa 4
168 – Skierski Antoni, węgiel, oleje, farby i artykuły techniczne, Hallera 4a [Kohle, Öle, Farben und technische Artikel]
28 – Spich Antoni, Kino Apollo, 22 Stycznia 35
33 – Spółka Roln. Handl., Sp. z o.o., Szkolna 4 [Landwirtsch. Handelsgesellschaft mbH]
74 – Steffen Edward, parowa farbiarnia i chem. pralnia, Szkolna 2 [Dampffärberei und chemische Reinigung]
56 – Strübing Elżbieta, właśc. dóbr. ryc., Storlus, poczta Małe Czyste [Rittergutsbesitzerin in Storlus, Postamt Małe Czyste]
48 – Strübing G., właśc., maj., Stolno [Grundbesitzer, Major]
11 – Swoiński Józef, rozlewnia piwa, Browar Kuntersztyn, fabr. wód miner., Dominikańska 16 [Bierabfüllung, Brauerei Kuntersztyn, Mineralwasserfabrik]
61 – Szałwicki Paweł, skł. tow. kolon. i restaur., Toruńska 5 [Kolonialwarenladen und Restaurant]
38 – Szczepańska Stanisława, materiałowe opałowe i budowlane, Młyńska 6 [Brenn- und Baustoffe]

SZKOŁY [Schulen]:
23 – I Państwowe Liceum i Gimnazjum im. Króla Kazimierza Jagiellończyka, Dominikańska 35 [I. Staatliches Lyzeum und Gymnasium]
110 – II. Państwowe Gimnazjum, Kościuszki 11 [II. Staatliches Gymnasium]

64 – Szpital Powiatowy, pl. dr L. Rydygiera 1 [Kreiskrankenhaus]
36 – Szymański Aleksander, adw. b., Rynek 7 [Rechtsanwalt, Büro]
– m., Dworcowa 19 [Wohnung]

T
81 – Tietze Gerhard, pastor, Wodna 3
117 – Towarzystwo Rolniczo Powiatowe, Dworcowa 5 [Kreislandwirtschaftsgesellschaft]
16 – Trembicki Franciszek, senior, przemysłowiec, Świętojerska 2 [Industrieller]

U
35 – Ubezpieczalnia Społeczna w Grudziądzu, punkt kontrolny w Chełmnie, Dworcowa 27 [Sozialversicherungsanstalt in Graudenz, Kontrollstelle in Culm]
20 – „Unia” Zjednoczone fabryki maszyn, dawn. Ventzki i Peters, Sp. Akc. w Grudziądzu, oddz. Chełmno, Dworcowa 40 [„Unia” Vereinigte Maschinenfabrik, ehem. Ventzki und Peters, Aktiengesellschaft in Graudenz, Filiale in Culm]

URZĘDY [Behörden]:
67 – Inspektorat Szkolny, Świętojerska 1 [Schulamt]
147 – Państwowy Zarząd Wodny, pl. Marsz. J. Piłsudskiego 1 [Staatliche Wasserstraßenverwaltung]
151 – Sąd Grodzki, Toruńska 3 [Amtsgericht]
169 – Starosta Powiatowy, m., Dworcowa 1 [Landrat, Wohnung]
70 – Starostwo Powiatowy, kancelaria, Dworcowa 1 [Kreisverwaltung, Kanzlei]
– (dod.) starosta powiatowy – gab. [Landrat, Büro]
83 – wicestarosta, Dworcowa 1 [Stellvertretender Landrat]
71 – Urząd Skarbowy, pl. Marsz. Piłsudskiego 1 [Finanzamt]
136 – Wydział Powiatowy, nacz. sekretarz, Dworcowa 1 [Kreisausschuss, Obersekretär]
137 – rachuba, Dworcowa 1 [Buchhaltung?]
138 – zarząd drogowy, Dworcowa 1 [Straßenverwaltung]

78 – Uść, folwark, Stefan Jeske [Gut]

V
12 – „Vistula” Polska Żegluga Rzeczna Sp. z o.o., przystań nad Wisłą [„Weichsel” Polnische Flussschifffahrt GmbH, Anlegestelle an der Weichsel]

W
65 – Wasielewski Franciszek, dr med., Marsz. Focha 17
32 – Wedel Ernst, fabryka mebli, zakład pogrzebowy, Rynek 17 [Möbelfabrik, Bestattungsunternehmen]
134 – Wielkopolski Skład Kawy Nr 27, oddz. w Chełmnie, skład kolon., Marsz. Focha [Großpolnisches Kaffeelager Nr. 27, Filiale in Culm, Kolonialwarenladen]
59 – „Wieś i Miasto”, sklep spożywczy, właśc. Maria Jeske, Marsz. Focha 31 [„Dorf und Stadt”, Lebensmittelgeschäft, Eigentümerin Maria Jeske]
94 – Winiarska E., skł. kolon., Rynek 5 [Kolonialwarenladen]
99 – Witkowski Aleksy i Ska, kupiec, import i eksport bydła i trzody chlewnej, Dworcowa 16 (?) [Kaufmann, In- und Export von Vieh und Schweinen]
145 – Wolnikowski Antoni, przeds. samochodowo przewozowe, Rybacka ? [Beförderungsunternehmen]
89 – Wrona Antoni, dr, adw., Rynek 11 (?) [Rechtsanwalt]

Z
133 – Zając Franciszek, obrońca pryw., Rynek 18 [Privatverteidiger]
44 – Zakład Sióstr Miłosierdzia, klasztor, Dominikańska 40 [Kloster der Barmherzigen Schwestern]
39 – Zarząd gminny, Dworcowa 36 [Gemeindeverwaltung]
115 – Zarząd gminny w Starogrodzie [Gemeindeverwaltung in Starogród/Althausen]

ZARZĄD MIEJSKI [Stadtverwaltung]:
25 – Klein Leon, burmistrz, Rynek 26 [Bürgermeister]
31 – Ratusz [Rathaus]
49 –
120 – Rzeźnia, Toruńskie Przedmieście ? [Schlachthof]
119 – Wodociągi, Kilińskiego 9 [Wasserwerke]
118 – Zarząd Gazowni, Wodociągów i Miejskiego Zakładu Elektrycznego, Kamionka 3 [Vorstand Gaswerk, Wasserwerke und Städtisches E-Werk]
121 – Zawadzki Bronisław, mistrz rzeznicko-wędliniarski, Marsz. Focha 15 [Schlachtermeister]
34 – Związek Elektryfikacyjny Chełmno – Świecie – Toruń, Hallera 7 [Elektrifizierungsverband Culm – Schwetz – Thorn]
29 – stacja rozdzielcza, Brzozowo [Schaltwerk]
122 – Żurawski Bolesław, piekarnia par., Młyńska 3 [Dampfbäckerei]

Adressbuch 1928

Dank der Großpolnischen Digitalen Bibliothek (Wielkopolska Biblioteka Cyfrowa) steht allen Internetusern ein über 2700 Seiten starkes Branchenbuch aus dem Jahr 1928 zur Verfügung, das – nach Ortschaften geordnet – Adressen von Gewerbetreibenden und Freiberuflern in Polen und der Freien Stadt Danzig enthält.

Ich habe für Sie im Folgenden die Culm (Chełmno) betreffenden Einträge aufbereitet. Um einen einfachen Vergleich mit dem Original zu ermöglichen (dort die Seiten 1139 und 1140), habe ich die Reihenfolge der Einträge beibehalten, auch wenn durch die Übersetzung der Branchenbezeichnungen ins Deutsche die Branchen (im Deutschen) nicht alphabetisch sortiert sind.

Beachten Sie bitte, dass die Vornamen der genannten Personen in den meisten Fällen – wie im Original – abgekürzt sind. Firmenbezeichnungen habe ich in der Regel im polnischen Original belassen und, soweit dies für das Verständnis sinnvoll ist, eine wortwörtliche Übersetzung ins Deutsche angefügt.

Die Straßennamen sind wie im Original ohne vorangestellte Zusätze wie “ul.” etc. angegeben. Beachten Sie bitte das historische Straßenregister für Culm, das bereits im Mai 2008 erschienen ist. Hier werden Sie (fast) alle genannten Straßen finden. Die Straßennamen entsprechen im Übrigen in der Regel den heutigen, so dass Sie sich mit Hilfe des aktuellen Stadtplans, auf den im historischen Straßenregister verwiesen wird, gut zurechtfinden dürften.

7.11.2008 Andreas Prause

 

CHEŁMNO

Landrat:
Dr. Edw. Prądzyński

Bürgermeister:
Stan. Zawacki

Stadtratsvorsitzender:
Jan Wyrembelski

Krankenhausdirektor:
Franc. Winiarski

Direktor der städtischen Gasanstalt:
Jan Szupryszyński

Direktor der Wasserwerke:
Jan Gruss

Feuerwehrkommandant:
Teodor Bredefeldt

Ärzte:
Dr. Oskar Altendorf – 22 Stycznia
Dr. Józ. Drążkowski – Dworcowa
Dr. T. Kowalski – Dworcowa 6
Dr. Stan. Michałek – Kreiskrankenhaus
Dr. J. Pędzich – Plac Wolności
Dr. Irena Puttkamme Kleszczyńska – Rynek
Dr. Franc. Wasilewski – Grudziądzka
Dr. Witkowski – Dworcowa

Zahnärzte:
Iwanoff Bielawska – Dworcowa
Józ. Buczkowski – Grudziądzka
Jan Nierzwicki – Grudziądzka
Józ. Nikielewski – Grudziądzka
Gerh. Schlücker – Grudziądzka
Maks. Ziemens – Grudziądzka

Tierärzte:
Fran. Górski
Anast. Kęski – Grudziądzka
J. Proebsting
Paw. Szmidt – Toruńskie Przedmieście

Rechtsanwälte:
Dr. L. Skiciński – 22 Stycznia
A. Szymański
Dr. Ant. Wrona – Grudziądzka

Notare:
Dr. Lecon Skiciński – 22 Stycznia
Aleks. Szymański – Rynek

Gerichtsvollzieher:
Bartosiński – Szkolna
Szwedowski

Hebammen:
Mar. Karwasz – Św. Ducha
Fr. Kowalska – Wodna
Paul. Luba – Poprzeczna
Fr. Nowakowska – 22 Stycznia
Otyl. Oesterle – Wodna
Mat. Zimmerman – Dominikańska

Apotheken:
J. Hempel – Rynek
B. Jasiński – Rynek
Jan Podbielski – Rynek

Verbandszeug (Herstellung):
H. Dawid

Kreditinstitute:
Bank Chełmiński Sp. z o.o. (Culmer Bank GmbH) – Rynek
Bank Ludowy Sp. z o.o. (Volksbank GmbH) – Rynek
Bank Powiatowy (Kreisbank) – Dworcowa
Deutsche Volksbank Sp. z o.o. – Hallera

Böttcher:
J. Binkowski – Poprzeczna
M. Idzikowski – Rybacka
R. Jakubowski – Rycerska
F. Lipski – Wałowa
A. Ostrowski – 22 Stycznia
S. Zieliński – Grudziądzka

Klempner:
S. Kosińsnki – 22 Stycznia
A. Zander – 22 Stycznia

Seidenwaren:
Frost i Ska – Rynek
A. Loewenberg – Rycerska
Z. Karwasz
W. Sikorska – Grudziądzka

Brauereien:
Browary Chełmińskie S.A. (Culmer Brauerei AG) – Biskupia

Steinsetzer:
J. Zawadzki – Toruńskie Przedmieście

Bauunternehmen:
“Beton” – Rynek
T. Bredefeld – 3 Maja
W. Frucht – Dworcowa
J. Litterski – Kopernika
A. Mesedz – Wodna
J. Rosiński – Rolna
J. Ross – 22 Stycznia
F. Wolff – 22 Stycznia

Viehhandel:
J. Kalinowski – Rycerska
M. Łukiewski – Rynkowa
P. Śliwiński – Dojazd
A. Witkowski – Dworcowa

Ziegeleien:
Chełmińska Cegielnia Parowa (Culmer Dampfziegelei) – Polna
Nelke i Neumann – Wybudowanie
“Saturn” Eigent. A. Dziedziuł i Ska – Wybudowanie

Bonbons:
J. Kszany – Grudziądzka
F. Lubański
K. Żmudziński – Grudziądzka

Dachdecker:
L. Ciżmowski – Poprzeczna
J. Perszke – Dominikańska

Drogerien:
F. Jagodziński – Grudziądzka
A. Koepke – Rynek
W. Turkowski – Grudziądzka
B. Wardziński – Rynek

Geflügel:
B. Cieszyńska – 22 Stycznia

Drahterzeugnisse (Herstellung):
F. Huth i Syn (F. Huth und Sohn) – 22 Stycznia

Druckereien:
W. Biengke – Poprzeczna
W. Fiałek – Toruńska
F. Malinowski – Biskupia

Holz:
I. Feibel – Dworcowa
A. Meseck i W. Schultze – Grudziądzka
A. Rosiński – Dworcowa

Spediteure:
Gebrüder Lemon – Rycerska

Elektrotechnisches Büro:
T. Kretkowski – Dworcowa

Färberei:
E. Steffen – Rynek

Farben:
M. Krajczyński – Poprzeczna

Klaviere (Herstellung):
W. Bienert – Wodna

Fotoateliers:
F. Lemański – Hallera
F. i P. Lemańscy – Grudziądzka
T. Reimers – Grudziązdka

Friseure:
A. Epding – Rynek
S. Jakubowski – Rycerska
J. Letkiewicz – 22 Stycznia
A. Marchlewski – Wodna
K. Podwójski – Rynek
F. Riedel – Rynek
F. Zblewski – Grudziądzka

Kurzwaren:
P. Prusakowski – Toruńska
Schwestern Supkiewicz – Grudziądzka
St. Szatkowski – Grudziądzka

Gerbereien:
J. Zajączkowski – Toruńskie Przedmieście

Zeitungen:
Culmer Zeitung – Grudziądzka
Nadwiślanin, Eigent. F. Tyszkiewicz – Rynek

Landmesser:
Schneigert – Plac Wolności

Stickarbeiten:
Stickwerkstatt des Klosters der Barmherzigen Schwestern – Dominikańska

Hotels:
“Centralny” – Dworcowa
“Dwór Chełmiński” – Rynek
M. Kort – Świętojerska

Installationen:
E. Stienke – Rynek

Buchbinder:
Fr. Malinowski – Biskupia
W. Zander – 22 Stycznia

Juweliere:
M. Biały – Grudziądzka

Jute:
K. Strzelecki und A. Więckowski – Dworcowa

Hüte:
A. Błażejewski – Rycerska

Damenhüte:
M. und H. Burczyk – Rynek
I. Rembielińska – Grudziądzka
H. Szarafińska – Rynek
J. Ziemkowska – Wodna

Spar- und Darlehenskassen:
Kulmer Kreditverein Sp. z o.o.
Miejska Kasa Oszczędności (Städtische Sparkasse) – Rathaus

Kaffee:
Wielkopolski Skład Kawy T. z o.o. (Großpolnisches Kaffeelager GmbH), Niederlassung – Rynek

Cafes:
W. Frąckowski – Rybacka
“Kawiarnia Pomorska” – Grudziądzka
“Wielkopolanka” – Dworcowa

Kinos:
“Apollo” – Grudziądzka
“Colosseum” – Rynek
“Estefilm”, Eigent. Gaszkowski – Hotel Centralny
“Stylowy”, Eigent. F. Wawrzyniak – Poprzeczna

Kolonialwaren:
A. Balzer – Rynek
E. Beyer – Toruńska
J. Chłosta – Młyńska
A. Filarski – Grudziądzka
J. Filarski – Rycerska
M. Gołębiowska – Grudziądzka
J. Grzankowski – Rynek
J. Kasztelan – Dworcowa
W. Klein – Rycerska
W. Kraffke – Grudziądzka
W. Lewandowski – Wodna
P. Muchowski – Grudziądzka
W. Polaszewski – Grudziądzka
H. Święcicki – Dworcowa
K. Thoms – 22 Stycznia
M. Tomaszewska – Grudziądzka
F. Winiarski – Rynek
F. Wittek – Dominikańska

Stellmacher:
A. Błaszyk – Toruńska
J. Kulczyński – 22 Stycznia
E. Orlikowski – 22 Stycznia
M. Pentowski – Poprzeczna

Schornsteine:
L. Home – Dominikańska

Kommissionsgeschäfte:
F. Niemczewski – 22 Stycznia

Bekleidungsgeschäfte:
St. Borowski – Rynek
Aniela Domańska – Grudziądzka
J. Ganasiński – Grudziądzka
E. Krywald – Grudziądzka
J. Kwieciński – Rynek
P. Mączkowski – Grudziądzka
H. Mordawska – Rynek
M. Muzioł – Grudziądzka
G. Romahn – Grudziądzka
S. Zieliński – Grudziądzka
F. Złotowska – Wodna

Herrenbekleidung:
S. Wierzbowski – Grudziądzka

Pferdehändler:
St. Karwasz – Św. Ducha
Sz. Karwasz – Św. Ducha

Konservenfabriken:
W. Buczkowski – Toruńskie Przedmieście
L. und A. Jeszke – Dworcowa
J. Kwiatkowski – Dworcowa

Korken:
F. Niemczewski – 22 Stycznia
J. Pretowski – Rybacka
A. Wendorf – Dominikańska

Korbmacher:
F. Czaplewski – Nad Groblą
P. Czaplewski – Nad Groblą
Fel. Zieliński

Schmiede:
F. Jąkała – Rycerska
R. Lenz – Poprzeczna
W. Nell – 22 Stycznia
K. Röhr – Rynkowa

Schneider:
F. Badziąg – Toruńska
W. Badziąg – Dominikańska
F. Bartnik – Hallera
T. Belina – Szkolna
M. Czarnecki – Dworcowa
A. Dąbrowska – Szkolna
A. Gliniecki – Rynkowa
I. Gościniak – Dworcowa
F. Graczyk – Rynkowa
W. Hinkelman – 22 Stycznia
A. Lemanczyk – Św. Ducha
W. Ludwik – Rycerska
J. Olszewski – 3 Maja
A. Ostrowski – 22 Stycznia
S. Reiwer – Grudziądzka
J. Stusiński – Rynek
W. Szczerbicki – Hallera
F. Tadejewski – Św. Ducha
M. Zdunek – Młyńska

Nähbedarf:
A. Gaca – Grudziądzka

Buchhandlungen:
W. Biengke – Poprzeczna
Culmer Zeitung Sp. z o.o. – Grudziądzka
J. Kobierzyński – Grudziądzka
H. Rosiński – Rynek
Fr. Tyszkiewicz – Rynek

Küchenbedarf:
Z. Gołębiewski – Rybacka
T. Szatkowski – Grudziądzka
E. Trembicka – Rynek

Maler:
M. Delikat – Wodna
J. Gracz – Hallera
J. Kamiński – Rycerska
K. Krajczyńska – Poprzeczna
J. Padzikowski – Św. Ducha
J. Pęczek – Rybacka
J. Rediger – Wodna
I. Sadzikowski – Św. Ducha
A. Szpandowski – 22 Stycznia

Webwaren:
Fr. Buczkowska – Grudziądzka
J. Terbert – Wodna

Maschinenfabriken:
“Unja” T.A. – Dworcowa

Nähmaschinen:
W. Granowski – Rynek
A. Loewenberg – Rycerska
L. Zakrzewski – Hallera

Mehl:
P. Bukowska – Rycerska

Möbel:
B. Adam – Grudziądzka
A. Demand – 22 Stycznia
A. Hennig – Grudziądzka
M. Hennig – Grudziądzka
J. Tokarski – Rynek
L. Wildenheim – Wodna

Möbelfabriken:
P. Hadzlik – Rynek

Korbmöbelfabriken:
Gebrüder Fitzermann – Polna
F. Trembicki – Świętojerska

Mühlen:
A. Meseck und W. Schultze – Grudziądzka
“Młyn Nadwiślański” (“Weichselmühle”) – Toruńska

Molkereiprodukte:
F. Beyer – Dominikańska
F. Nitka – Hallera
W. Szałowicki – Rycerska

Saatgut:
B. Wardziński – Rynek 30. Saatgut der Firma C. Ulrich

Immobilien – Ankauf und Verkauf:
A. Balicki – 22 Stycznia
A. Woźniewski – Parkowa

Schuhe:
P. Borzeszkowski – Grudziądzka
F. Lamparczyk – Grudziądzka
J. Mierzwa – Grudziądzka
E. Szrubka – Grudziądzka
O. Weil

Gärtner:
M. Feindt – Kościelna

Ölmühlen:
S. Janiak – Toruńskie Przedmieście
J. Winkowski i Ska – Toruńskie Przedmieście

Verpackungsfabriken:
Fabr. Opakowań i Podstawek pod kufle do piwa (Fabrik für Verpackungen und Untersetzer für Bierkrüge), Eigent. Z. Chojnicki – Toruńskie Przedmieście

Brennmaterial:
Bcia Filińscy (Gebrüder Filiński) – Rycerska
A. Mroziński – Dworcowa
G. Wessler – Wodna

Obst:
W. Adam – Toruńskie Przedmieście
R. Ryszkowska – Wodna
W. Szałwicki – Rycerska
F. Wielachowska – Rycerska

Parzellierungsunternehmen:
Ludowa Spółdz. Parcelacyjna z o.o. (Volks-Parzellierungsgenossenschaft GmbH)

Schuhcremefabriken:
W. Ziemkowski – Toruńskie Przedmieście

Parfümerien:
F. Zblewski – Grudziądzka

Bäcker:
S. Bobkowski – Wodna
J. Cieciński – 22 Stycznia
W. Frąckowski – Rybacka
L. Jurkiewicz – Hallera
A. Kurowski – Grudziądzka
J. Lange – Rybacka
P. Malinowski – Rynek
W. Mielcarski – Dominikańska
A. Musall – Polna
R. Müller – Grudziądzka
A. Peisert – Młyńska
J. Peisert – Młyńska
S. Rediger – Rycerska
J. Remus – Wodna
J. Szydzikowski – Toruńska
J. Szymański – Dworcowa
I. Wegner – Wodna
W. Wilanowski – Rybacka
I. Woźniak – Toruńska

Bier:
M. Kamińska – Rynkowa
Żagner i Ska – Grudziądzka

Bestattungsunternehmen:
E. Hinz – Dominikańska
H. Leitreiter – 22 Stycznia
A. Różycki – Toruńska

Arbeitsvermittlung:
Z. Sonnenbergowa – Wodna

Seiler:
J. Stenzhorn – Grudziądzka

Petitionen und Übersetzungsbüros:
B. Domżalski – Dominikańska
W. Kalinowski – Toruńska

Maschineschreiben:
J. Jaros – Rynek

Transportunternehmen:
R. Beyer – 22 Stycznia
Ł. Łaszewski – Rynek
A. Müller – Wodna

Restaurants:
W. Chudyszewicz – Dworcowa
Ł. Niemczyk – Grudziądzka
F. Plantz – Dworcowa
W. Śmigiel – Dworcowa

Landwirtschaftliche Produkte:
Kreislandbund – Hallera
Pomorskie Tow. Roln. Handlowe (Pommersche Landw. Handelsgesellschaft) – Toruńskie Przedmieście
“Syndykat Rolnicze” Sp. z o.o. – Rynek

Landmaschinenfabriken:
“Unja” T.A.

Verschiedene Waren:
Kółko Rolnicze (Landwirtsch. Genossenschaft) – Hallera
Spółdzielnia 66 pułku piech. Sp. z o.o. (Genossenschaft der 66. Infanterieregiments GmbH) – 22 Stycznia

Waffengeschäfte:
A. Mielcarski – Rynek

Schlachter:
E. Blenkle – Grudziądzka
G. Blenkle – Rynkowa
M. Borucki – Toruńska
W. Dembek – Rybacka
J. Frąckowski – Biskupia
J. Gołębiewski – Toruńskie Przedmieście
F. Grzywaczewski – Toruńska
A. Haftka – Wodna
J. Haftka – Wodna
L. Jeszke – Rycerska
F. Jezierski – Rycerska
J. Kaliszewski – Grudziądzka
P. Kaszubowski – Grudziądzka
S. Kęsik – Rycerska
F. Kruszewski – Toruńska
P. Krywald – Wodna
T. Perszke – Dworcowa
J. Pofelski – Młyńska
B. Rogoziński – Wodna
S. Rutkowski – Grudziądzka
W. Słomski – Dominikańska

Fahrzeugverkehr:
W. Granowski – Rynek

Sattler:
G. Butler – Hallera
M. Górski – Wodna

Leder:
A. Strehlau – Grudziądzka
T. Szróbka – Grudziądzka

Lederwaren:
L. Marks – Toruńska
T. Wacławski – Grudziądzka

Schmierfett:
J. Podbielski – Rynek

Lebensmittel:
R. Błaszczykiewicz – Wodna
J. Bojar – Młyńska
P. Dalkiewicz – Kamionka
B. Fiszer – Toruńskie Przedmieście
F. Goga – Rybaki
B. Idzikowski – Wodna
F. Jaeszke – Rynek
R. Jakubowski – Rycerska
J. Kluth – Grudziądzka
J. Marszałkiewicz – Polna
J. Mufall – Polna
B. Odlewany – Młyńska
R. Ryszkowska – Wodna
B. Schneider – Toruńska
W. Sikorska – Rycerska
J. Sporny – Rynek
M. Stachowicz – Dworcowa
F. Sulicka – Biskupia
J. Wendt – Wodna
A. Wolankowski – Wodna
S. Zastępowski – Rynkowa
B. Ziarniok – Toruńska

Altkleiderhändler:
M. Młodzikowska – Rycerska

Tischlerwerkstätten:
B. Adam – Grudziądzka
K. Arszyński – Rycerska
A. Demand – 22 Stycznia
A. Hennig – Grudziądzka
M. Hennig – Grudziądzka
H. Leitreiter – 22 Stycznia
A. Różycki – Toruńska
I. Tokarski – Rynek
E. Wedel – Rynek
L. Wyldenheim – Wodna

Tischler:
B. Gołębiewski – Podgórna
J. Grajewski – Rybacka
W. Ludwikowski – Młyńska
B. Osiński – Toruńska
L. Pohl – Dworcowa
M. und A. Robaczewski – Grudziądzka
F. Uhl – Dominikańska

Bürstenbinder:
Z. Chojnicki – Wodna

Schuster:
M. Abraham – Dominikańska
J. Beczyński – Grudziądzka
S. Gątkiewicz – Wodna
J. Olszewski – Toruńska
B. Ośmiałowski – Klasztorna
T. Racki – Rycerska
J. Reiske – Rynek
K. Schian – Grudziądzka
S. Słodczyk – Wodna
S. Szczerbicki – Kościelna
J. Theil – Rycerska
J. Zapolski – Wodna

Glas und Porzellan:
F. Kawecki – Rynek
P. Kostecki – Rynek
A. Napierkowska – Grudziądzka

Schlosserwerkstätten:
S. Ebłowski – Grudziądzka
K. Gawroń – Młyńska
Franciszek Huth i Syn
M. Kalweit – Parkowa

Schlosser:
B. Leitreiter – Grudziądzka

Polsterer:
F. Bartsch – Hallera
F. Galiński – Rybacka
F. Ławicki – Rynkowa

Sägewerke:
A. Meseck und W. Schultze – Nowe Dobra

Zahntechniker:
R. Kęsik – Grudziądzka

Drechsler:
G. Napora – Rycerska

Wassertransport:
F. Czarnecki

Särge:
E. Wedel – Rynek

Tabakwaren:
L. Essig – Grudziądzka
W. Galińska – Rynek
A. Grzonkowski – Dworcowa

Tabakwaren – Großhandlung:
J. Chmurzyński – Grudziądzka

Versicherungsagenturen:
J. Gaca – Dworcowa
D. Jędrzejewska – Klasztorna
O. Peters – Grudziądzka
A. Spandowski – 22 Stycznia
J. Tyrkowski – Wodna

Weidenruten:
A. Ellmann – Kamionka
Bcia (Gebrüder) Fitzermann – Polna
Franciszek Trembicki – Świętojerska

Mineralwasserfabriken:
J. Kwiatkowski – Dworcowa
P. Stürz – Dominikańska
W. Śmigiel – 22 Stycznia

Ausschank von Spiritousen:
L. Alberty – Hallera
K. Kniciński – Kamionka
W. Kowalski – Rynek
H. Kujanek – Grudziądzka
W. [unleserlich] – 22 Stycznia
T. Raczyński – Rynek
O. Reiss – Grudziądzka
“Strzelnica” (“Schützenhaus”), Eigent. A. Rummler, Dworcowa

Getreide:
H. Gelhar – Rynek
“Rolnik” (“Landwirt”) – Szkolna
F. Rywolt – Rynek
L. Szarafiński – Rynek
J. Wińkowski – Grudziądzka

Ofensetzer:
Jordan – Hallera
Templin – Dominikańska

Uhrmacher:
M. Biały – Grudziądzka
S. Gregorkiewicz – Rynek
A. Majewski – Grudziądzka

Bodenerzeugnisse:
F. Goers – Rynek
“Nadwiślański Hurt Rolniczo-Przemysłowy” (“Landwirtschaftlich-industrieller Weichsel-Großhandel”) – Szkolna
Pom. Stow. Rolniczo-Handl. Sp. z o.o. (Pommerscher Landwirtschaftlicher Handelsverband GmbH) – Toruńska

Eisenwaren:
W. Kraffke
E. Smoliński – Rynek
C. Stefański – Grudziądzka

Alteisen:
W. Bogdański – Rycerska

 

Stadtgeschichte 1505-1772

Wer in einer unübersehbar „historischen“ Stadt wie Culm an der Weichsel wohnt, wird zwangsläufig mit lokalgeschichtlichen Fragen konfrontiert und versucht, auf diese Antworten zu finden. Dies ist nicht immer einfach, denn die geschichtswissenschaftliche Literatur ist bei genauerem Hinsehen lückenhaft und oft auch ungenau. Umso mehr freut man sich über jede Neuerscheinung, die einem bestimmten Thema gewidmet ist und Puzzleteile enthält, nach denen man bisher vergeblich gesucht hatte.

Allein schon der Versuch, einen gewissen stadtgeschichtlichen Zeitabschnitt umfassend zu erschließen und zu beschreiben, stellt eine enorme Herausforderung dar. Einen derartigen Versuch hat, was die Geschichte der Stadt Culm/Chełmno vom 16. bis zum 18. Jahrhundert betrifft, der Historiker Marek G. Zieliński unternommen und ihn auf hervorragende Weise umgesetzt. Ich maße mir nicht an, sein neues (polnischsprachiges) Buch Chełmno – civitas totius Prussiae metropolis XVI-XVIII w. zu rezensieren, denn dazu fehlt es mir an den notwendigen Fachkenntnissen, aber mir als an der Geschichte der Stadt interessierten Einwohner liefert es einen umfassenden Überblick über die Jahre 1505 bis 1772.

Schon beim ersten Durchblättern des Buches fällt auf, dass der Verfasser jede Feststellung mit Fußnoten präzise belegt. Die streng wissenschaftliche Vorgehensweise liefert somit anderen Geschichtswissenschaftlern konkrete Hinweise auf weiterführende Quellen. Ein Auffinden bestimmter Sachverhalte erleichtert zudem ein umfangreiches Orts- und Personenregister. Am Ende des Buchs befinden sich neben einer Zusammenfassung und dem Literaturverzeichnis zahlreiche erläuternde Abbildungen, darunter interessante Zeichnungen der Stadt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Außerdem gibt es ein Inhaltsverzeichnis und eine Zusammenfassung in englischer Sprache.

Ein paar Daten:
Seiten: 598 (ohne Abbildungen)
Fußnoten: 2415
Abbildungen: 84
Verlag: Wydawnictwo Uniwersytetu Kazimierza Wielkiego, Bydgoszcz 2007
ISBN 978-83-7096-645-4 (Bestellung beim Verlag)

Alle sich mit der neuzeitlichen Geschichte des Culmer Landes befassenden Historiker werden um eine Lektüre des Werks sicherlich nicht herumkommen, aber dank des trotz der Sachlichkeit der Darstellung leicht verständlichen Stils können sich sogar Schüler und selbst gute Grundkenntnisse des Polnischen besitzende Ausländer an dieses klar gegliederte und interessant geschriebene Buch heranwagen.

Kurzfassung des Inhaltsverzeichnisses:

Einleitung
I. Topografie der Stadt und ihrer Umgebung
II. Die Stadt im Schatten der Kriege 1505-1772
III. Verfassung (Verwaltungssystem)
IV. Civitas episcopale
V. Religiöse Verhältnisse
VI. Kultur und Kunst
VII. Schulwesen
VIII. Wirtschaftliche Verhältnisse
IX. Alltagsleben in der Bischofsstadt
X. Gesundheitswesen
Zusammenfassung (in Polnisch und Englisch)
Literaturverzeichnis
Personen- und Ortsregister
Abkürzungsverzeichnis
Abbildungen

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 14.03.2008]

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Nachtrag:

Marek G. Zieliński erhielt für dieses Werk, an dem er zehn Jahre lang gearbeitet hat, im November 2008 eine Auszeichnung auf der Wissenschaftsbuchmesse ACADEMIA 2008 in Warschau. Ebenfalls gewürdigt wurde seine Arbeit im Oktober 2008 vom polnischen Minister für Wissenschaft und Hochschulwesen im Rahmen des Wettbewerbs Bestes akademisches Buch des Jahres 2008.