Wojciech Łożyński

Wojciech ŁożyńskiDer am 23. April 1808 in Culm geborene Wojciech Łożyński spielte als langjähriger Direktor des Königlich Katholischen Gymnasiums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle im politisch-gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt.
Łożyńskis Vater war Schumacher und schickte seinen Sohn auf das Gymnasium in Braunsberg (poln. Braniewo), wo Wojciech Łożyński 1827 die Abiturprüfung bestand. Danach studierte er bis 1831 in Königsberg (heute Kaliningrad) und Bonn klassische Philologie und promovierte. Nach einem Probejahr in Bonn erhielt er seine erste feste Lehrerstelle am Marien-Gymnasium in Posen (poln. Poznań), an dem er 1832 bis 1837 die Fächer Latein, Griechisch, Polnisch, Geschichte und Geographie unterrichtete.

Nach der Gründung des Königlich Katholischen Gymnasiums in Culm ließ sich Łożyński in seine Heimatstadt versetzen und arbeitete hier unter dem Schulleiter Karl Richter als Oberlehrer für klassische Sprachen und Französisch. Außerdem erteilte er von 1840 bis 1844 Polnischunterricht.

Łożyński war sehr sprachbegabt, beherrschte sieben Sprachen und muss auf die preußische Schulverwaltung in jedweder Hinsicht einen sehr positiven Eindruck gemacht haben. Anders ist es nämlich nicht zu erklären, dass gerade er – ein Pole – 1844 Nachfolger Karl Richters wurde, dem vorgeworfen worden war, eine zu starke Polonisierung der Lehranstalt zugelassen zu haben.

Gymnasium

Gymnasialgebäude an der Ulica Dominikańska in Chełmno aus dem Jahr 1865

38 Jahre lang leitete Wojciech Łożyński, der sich in zeitgenössischen deutschsprachigen Veröffentlichungen auch Adalbert Lozynski nennt, das Culmer Gymnasium. Ihm gelang es, die Balance zwischen der Loyalität gegenüber seinem Dienstherrn, nämlich dem preußischen König, und seinem Engagement für die Förderung der polnischen Kultur und Sprache zu wahren. Während seiner Zeit als Schuldirektor entwickelte sich das Königlich Katholische Gymnasium in Culm nämlich zu einem wissenschaftlichen und kulturellen Zentrum für die polnische Bevölkerung in Westpreußen. Die Lehranstalt wurde gut besucht und der Anteil der polnischstämmigen Schüler war hoch.

Łożyński gehörte viele Jahre lang dem Stadtrat an und setzte sich für den Bau eines neuen Schulgebäudes ein, das schließlich 1865 an der ul. Dominikańska entstand und noch heute dem örtlichen Kopernikus-Gymnasium als Sitz dient. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die gleich neben dem neuen Schulgebäude stehende Franziskanerkirche restauriert und ab 1868 als Gymnasialkirche genutzt werden konnte.

Grab Łożyński

Grab der Familie Łożyński auf dem katholischen Friedhof in Chełmno

Anlässlich seines 25-jährigen Dienstjubiläums wurde Łożyński Ehrenbürger der Stadt Culm. Am 1. November 1881, ein Jahr vor seiner Pensionierung, feierte er sein 50. Dienstjubiläum als Lehrer und erhielt neben vielen anderen Ehrungen die Ehrendoktorwürde der Universität Bonn. Nach seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst wohnte er zusammen mit seinem Enkel Bernard Klein an der ul. Grudziądzka 33. Wojciech Łożyński verstarb am 26. August 1884 in Culm und wurde auf dem katholischen Friedhof bestattet.


Quellen:

  • Rafiński, Stefan: Z dziejów Gimnazjum i Liceum Ogólnokształcącego w Chełmnie, Bydgoszcz 2002, S. 85 (Foto Łożyńskis S. 145)
  • Rafiński, Stefan: Chełmiński Słownik Biograficzny, Chełmno 2006, S. 111 f.

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 19.04.2008]

Kaufhaus Conitzer in Schwetz an der Weichsel (Świecie nad Wisłą)

Kaufhaus Conitzer in Schwetz an der Weichsel (Świecie nad Wisłą)Kaufhäuser waren vor dem Ersten Weltkrieg wichtige Werbekunden der Culmer Zeitung. Davon zeugen großformatige Anzeigen, die regelmäßig – meistens auf der letzten Seite – ihrer Ausgaben erschienen sind.

Im August 1911 sprach das Kaufhaus von Rudolph Conitzer in Schwetz an der Weichsel (Świecie nad Wisłą) mit einer vierseitigen Werbebeilage in der Culmer Zeitung (Ausgabe vom 13. August) auch seine Kundschaft auf der anderen Seite der Weichsel an. Hier können Sie Abbildungen dieser Werbebeilage einsehen:

Vom 1932 verstorbenen Rudolph Conitzer (oft wird auch die Schreibweise „Rudolf“ verwendet) ist ein mit „Berlin 1929/30“ datierter, sechs Schreibmaschinenseiten umfassender, Auszug aus seiner Selbstbiographie erhalten geblieben. Dieser Auszug ist Teil der vom Leo Baeck Institute in New York aufbewahrten und dank Digitalisierung im Internet verfügbaren John H. Richter Collection 1904-1994 (Link zur Sammlung).

Lauf diesem Dokument wurde Rudolph Conitzer am 8. Mai 1851 in Jeżewo (Jeschewo), Kreis Świecie (Schwetz), geboren. Er besuchte zunächst die deutsche Landschule im Nachbardorf Taszewskie Pole (Taschauerfelde), später gemeinsam mit seinen Vettern Hermann Tuchler und Louis Jakob die jüdische Privatschule in Tuchola (Tuchel). Schließlich wohnte er bei seinem Onkel Bennheim in Świecie (Schwetz) und ging dort auf die Bürgerschule.

Rudolph Conitzers 1789 in der Nähe von Warschau geborener Großvater Aron ließ sich in Sępólno Krajeńskie (Zempelburg) nieder, sein Vater Moses kam am 3. Februar 1822 auf die Welt und lebte in Jeżewo. Er heiratete 1850 die am 1. Juni 1824 geborene Ernestine Bennheim. Sie hatten sieben Kinder, die Söhne Rudolph, Nathan (geb. 1857), Alexander (geb. 1859), Hermann (geb. 1862), Lothar und die Tochter Rahlchen. Die Conitzers waren relativ vermögend und beschäftigten zumindest für einige ihrer Kinder einen Hauslehrer. 1857 wurde ein massives Geschäfts- und Wohnhaus errichtet. Zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Jeżewo trug der Bau der Bahnlinie bei. Moses Conitzer erweiterte seinen Besitz um landwirtschaftlich genutzte Flächen. Außerdem richtete er in seinem Haus einen Synogogenraum mit Torarolle ein. Sein Geschäft vergrößerte Moses Conitzer dank der günstigen Konjunktur um Kurz- und Schnitt- sowie Eisenwaren.

Mit 13 Jahren trat Rudolph Conitzer eine Lehre bei Salomonsohn & Co. in Inowrocław an, kehrte aber nach einer vierwöchigen Probezeit wieder nach Hause zurück. Da sein Vater „im Schriftlichen weniger bewandert war“, übernahm er den Schriftverkehr und die Buchführung. Bis zum 1. Juli 1878 arbeitete Rudolph im Geschäft seines Vaters in Jeżewo, als er sich – nunmehr 27 Jahre alt – in Świecie (Schwetz) selbständig machte.

Seine Brüder eröffneten mit elterlichem Kapital ein Geschäft in Kwidzyn (Marienwerder). Conitzers Eltern zogen ebenfalls nach Kwidzyn um. Ab dem 1. Februar 1882 bestand dort das Manufaktur- und Modewarengeschäft „M. Conitzer & Söhne“. Moses Conitzer verstarb 1902.

Rudolph Conitzer schreibt über seine Firmengründung in Schwetz: „Am 1. Juli 1878 etablierte ich mich … in dem Jakob Bischerschen Hause am Grossen Markt, das neu erbaut wurde … ein Manufakturwarengeschaeft, und zwar nur mit allein erworbenem Geld.“

Im Februar 1880 heiratete Rudolph Conitzer die Tochter des Getreidehändlers und Spediteurs Dobrzynski aus Inowrocław. Er erinnert sich: „Die Mitgift von 15.000 Mark, die zur damaligen Zeit ein schoenes Kapital bedeutete, kam mir geschaeftlich sehr zu statten. (…) Nach einigen Jahren hatte ich Gelegenheit, das ehemalige Neuss’sche Eckgrundstück am Grossen Markt (…) fuer 36.000 Mark zu kaufen. Im Laufe der Jahre habe ich es oefter umgebaut und aufgestockt, sodass es mit der Zeit durch die 12 Schaufenster, das Oberlicht, die Centralheizung eine Sehenswuerdigkeit von Schwetz wurde.“

Conitzer beteiligte sich auch mit wirtschaftlichem Erfolg an der Gründung der Schwetzer Zuckerfabrik und der Kalksandsteinfabrik. Seine Frau Rosa und er unternahmen Reisen nach Italien, Frankreich und England. Von 1903 bis 1906 war er Stadtrat, später (auch) Kreistagsabgeordneter. Er setzte sich für den Bau der Bahnverbindung Świecie-Laskowice (Schwetz-Laskowitz) ein. Außerdem schreibt er, die Einrichtung einer Reichsbanknebenstelle und einer kaufmännischen Fortbildungsschule in Schwetz sei auf seine Veranlassung erfolgt. Er spendete beträchtliche Summen für wohltätige Zwecke. Ab 1909 leitete Rudolph Conitzer die Einkaufsgemeinschaft der 12 Kaufhäuser der Familie Conitzer in Berlin, ohne jedoch seinen Wohnsitz in Schwetz vollkommen aufzugeben.

Am 12. November 1919 starb Rosa Conitzer, geb. Dobrzynski. Das Kaufhaus in Schwetz war nach dem Ersten Weltkrieg viele Jahre lang geschlossen und wurde 1929 für ein Drittel seines Werts verkauft.

Rudolph Conitzer starb 1932. Einige Jahre später, während der NS-Zeit, wurde die Familie Conitzer enteignet und ihre in Deutschland gelegenen Kaufhäuser „arisiert“. Neben Rudolph Conitzer hatten sich unter anderem seine drei Brüder Nathan (1857-1933), Alexander (1859-1951) und Hermann (1862-1936) sowie sein Cousin Alfred Conitzer (1881-1951) erfolgreich im Einzelhandel betätigt.

Königliches Kadettenhaus zu Culm


Das königliche Kadettenhaus zu Culm bildete von 1776 bis zu seiner Verlegung nach Köslin (Koszalin) im Jahr 1890 eine wichtige preußische Institution in der Stadt. Seine Kaserne (gegenwärtige Adresse ul. 22 Stycznia 16), in der sich heute Wohnungen befinden, ist im Sommer 2008 von außen umfassend saniert worden. Die Fotos sind am 6. Dezember 2008 entstanden.



Katholischer Friedhof

Bis ins frühe 19. Jahrhundert wurden Verstorbene in Culm (Chełmno) in oder unmittelbar neben Kirchen beigesetzt. Innerhalb der Stadtmauern gab es unter anderem Friedhöfe an der Franziskanerkirche, der Dominikanerkirche, der Klosterkirche und der Marienkirche. Außerhalb der Wehrmauer erfolgten Bestattungen an der heute nicht mehr vorhandenen Georgskapelle östlich des Graudenzer Tors.

Die preußische Verwaltung strebte, wahrscheinlich um einen besseren Schutz vor Seuchen zu gewährleisten, an, nicht mehr die in der relativ dicht besiedelten Stadt gelegenen Kirchhöfe zu nutzen. Vielmehr sollten außerhalb der Stadtmauer neue Friedhöfe entstehen. Dabei konnte sie sich auf eine eindeutige gesetzliche Regelung berufen, nämlich das im Jahr 1794 erlassene Allgemeine Landrecht für die preußischen Staaten. Dessen elfter Teil mit dem Titel „Von den Rechten und Pflichten der Kirchen und geistlichen Gesellschaften“ bestimmte nämlich im § 184: „In den Kirchen, und in bewohnten Gegenden der Städte, sollen keine Leichen beerdigt werden.“

Katholischer Friedhof in Chełmno

Anfangs des 19. Jahrhunderts wurde östlich der heutigen Altstadt, entlang der damaligen Ackerstraße (heute ul. Powstańców Wielkopolskich), ein jüdischer Friedhof angelegt. Bereits 1785 war ganz in der Nähe, nämlich südöstlich des Graudenzer Tors, ein evangelischer Friedhof entstanden.

Zu dieser Zeit waren jedoch die meisten Menschen in Culm katholischen Glaubens, so dass vor allem für diese Konfession eine Lösung im Sinne der neuen Vorschriften gefunden werden musste. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. ordnete am 29. März 1804 an, einen katholischen Friedhof außerhalb der Stadtmauer einzurichten. Daraufhin stellte die Stadt der katholischen Gemeinde einen Geländestreifen entlang der Stadtmauer zwischen Thorner Straße (ul. Toruńska) bis zum Pulverturm zur Verfügung. Die Kosten für die Begradigung der Fläche und die Errichtung einer Umzäunung wurden mit 657 Reichstalern angegeben. Am 13. September 1805 berief Pfarrer Franciszek Weinreich auf Bitten des Magistrats eine Versammlung der Kirchengemeinde ein, um über den zukünftigen Friedhof und die Kostendeckung zu beraten, jedoch blieben konkretere Schritte zunächst aus.

Katholischer Friedhof in Chełmno

Infolge der militärischen Niederlage, die das napoleonische Frankreich dem Königreich Preußen zufügte, gehörte Culm ab 1807 bis 1815 zum Herzogtum Warschau, einem napoleonischen Satellitenstaat mit polnischer Administration. Diese richtete am 14. Mai 1809 ein Schreiben an den Magistrat der Stadt und behielt die frühere preußische Anordnung, nämlich Beisetzungen in und an Kirchen in der Stadt einzustellen, bei. Im März 1811 bemühte sich Pfarrer Weinreich bei der Stadt erneut um das anscheinend formell noch nicht übereignete Gelände südwestlich der Stadtmauer in der Nähe der Thorner Straße. Jetzt war er erfolgreich. Der neue Friedhof wurde schließlich 1814 eröffnet. Am 18. Mai des genannten Jahres erging nochmals ein Erlass, der Beisetzungen in den Kirchen und auf den Kirchhöfen verbot.

Der Friedhof zwischen dem ehemaligen Thorner Tor und dem heute noch gut erhaltenen Pulverturm war bereits nach 20 Jahren belegt, so dass er erweitert werden musste. 1835 wurde ein Kaufvertrag mit Ludwik und Joanna Pozzesii über ein benachbartes Grundstück westlich des Pulverturms geschlossen. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde dieses Rechtsgeschäft jedoch nicht vollzogen. Die Erweiterung des Friedhofs um diese Fläche erfolgte erst 1852, als die neuen Eigentümer, Karol und Szarlota Suthoff, diese der katholischen Kirchengemeinde schenkten. 1877 wurde von der Kongregation der Barmherzigen Schwestern ein weiteres Grundstück erworben.

Katholischer Friedhof in Chełmno

Mit einem Aufwand von 5000 Mark wurde 1907 eine Leichenhalle gebaut, die bis heute genutzt wird. In unmittelbarer Nähe befinden sich an der Böschung unterhalb der Stadtmauer eng nebeneinander errichtete Grabmäler, unter anderem die Ruhestätte der Familie Witt aus dem Jahr 1906 sowie das Familiengrab des Gymnasialdirektors Wojciech Łożyński.

Während des Ersten Weltkriegs wurde erneut eine Erweiterung notwendig, unter anderen aufgrund der behördlichen Anordnung, einen Soldatenfriedhof zu schaffen. Durch einen Grundstückstausch erhielt die Kirchengemeinde eine neue Fläche von der Stadt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Friedhof noch mehrmals vergrößert.

Katholischer Friedhof in Chełmno

Heute nimmt er fast die gesamte Fläche zwischen der ul. Toruńska und der Stadtmauer ein. Lediglich unmittelbar an der ul. Toruńska befinden sich Grundstücke mit Gebäuden. Das teilweise stark abschüssige Gelände erforderte eine terrassenförmige Anlage des im Westen bis zur ul. Danielewskiego reichenden Friedhofs, die seinen besonderen Reiz ausmacht.

Tagsüber ist das Friedhofsgelände frei zugänglich. Um einen kurzen Rundgang zu unternehmen, betritt man den katholischen Friedhof am besten durch den Haupteingang an der ul. Toruńska, der sich unmittelbar südlich der Stadtmauer befindet. Folgt man nun der Hauptallee, sieht man rechts den ältesten Teil des Friedhofs. Ganz am Ende der Hauptallee wendet man sich nach rechts und nimmt die zur Wehrmauer hinaufführende Treppe. Entweder wirft man nun noch einen Blick auf die Gräber unmittelbar an der Stadtmauer oder betritt durch das Tor in der Stadtmauer in Höhe des südlichen Endes der ul. Klasztorna wieder die Altstadt.

Quelle: Anna Grzeszna-Kozikowska, Chełmińskie Powązki, in: Czas Chełmna vom 24. Oktober 2008, S. 6

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 27.10.2008]

Karl Richter

Karl Richter, geboren am 15. Oktober 1804 im westfälischen Warendorf, wurde am 3. August 1837 zum Direktor des neu gegründeten Königlichen Katholischen Gymnasiums zu Culm ernannt und wird bis heute in Polen als toleranter und weitsichtiger Pädagoge gewürdigt. Nach seinem Abitur in Warendorf studierte Karl Richter von 1820 bis 1825 Theologie, Philosophie und Philologie an der Universität Münster. Zwei Jahre lang leitete Richter das Progymnasium in Rietberg, bevor er Oberlehrer in Paderborn wurde. Am 4. Juni 1830 wurde er zum Priester geweiht.

Sieben Jahre später erfolgte die Versetzung ins ferne Culm an der Weichsel, wo er als Schulleiter vor allem zum Wohl der Kirche und der katholischen Jugend, die überwiegend polnischer Nationalität war, wirken wollte. Am Culmer Gymnasium unterrichteten anfänglich elf Lehrer, davon zwei polnischer Abstammung. Zum Missfallen seiner deutschen Kollegen gestattete Karl Richter den polnischen Schülern, ihre Muttersprache zu pflegen, noch bevor 1840 begonnen wurde, Polnisch als Unterrichtsfach einzuführen. Richter lernte sogar selber Polnisch und soll die Sprache mit der Zeit hervorragend beherrscht haben.

Eine zu starke Polonisierung des Culmer Gymnasiums soll der Grund für seine Abberufung vom Amt des Schulleiters im Jahr 1844 gewesen sein. Sein Nachfolger wurde Wojciech Łożyński. Die polnischen Schüler verabschiedeten den deutschen Pädagogen Richter mit mehreren Liedern, unter anderem Jeszcze Polska nie zginęła (Noch ist Polen nicht verloren), der späteren Nationalhymne Polens. Er kam nun nach Peplin, rund 90 km nördlich von Culm gelegen, wo er unter anderem am Collegium Marianum Philosophie und Dogmatik unterrichtete. Das Vertrauen der polnischen Bevölkerung genießend, vertrat er den Bezirk Berent (Kościerzyna) in preußischen Parlament. Karl Richter gehörte sogar einem polnischen Verband, der Polnischen Liga, an. 1849 wurde er Domherr in Posen (Poznań) und unterrichte am dortigen Priesterseminar Dogmatik. Er setzte sich zunehmend für einen Ausgleich mit der preußischen Regierung ein, weshalb er bei der polnischen Bevölkerung Posens an Ansehen verlor. Deshalb ließ sich Richter im März 1867 nach Trier versetzen, wo er am 23. August 1869 verstarb.

Quellen:

  • Rafiński, Stefan: Z dziejów Gimnazjum i Liceum Ogólnokształcącego w Chełmnie, Bydgoszcz 2002, S. 15
  • Rafiński, Stefan: Chełmiński Słownik Biograficzny, Chełmno 2006, S. 153 f.

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 27.12.2007]

 

Schacht’schen Anlagen

Südlich und östlich des Sportplatzes erstreckt sich ein bewaldetes Gebiet, dessen amtliche Bezeichnung seit 1920 Słowacki-Park lautet. Bei genauer Betrachtung erkennt man noch die Spuren der planmäßigen Gestaltung dieser heute eher an einen Wald als an eine Parkanlage erinnernden Fläche.

Schacht’schen Anlagen in Chełmno - 2008Seine Entstehung verdankt der Słowacki-Park einer Initiative des seit 1898 in Culm lebenden Arztes Dr. August Schacht, der aus der Stadt einen Kurort machen wollte, in dem sich vor allem Personen mit Lungenerkrankungen erholen sollten. Zwar besaß Culm eine schöne Lage und zahlreiche Sehenswürdigkeiten, jedoch fehlte es an einer wichtigen Voraussetzung. Es gab in unmittelbarer Nähe der Stadt nur wenige Waldflächen. Daher schlug Schacht eine umfassende Aufforstung stadtnaher Bereiche südlich und nördlich der damaligen Wohngebiete vor. Sein Konzept präsentierte er 1906 in der mit einer beachtlichen Auflage (3000 Exemplare) herausgegebenen Schrift Die Anpflanzung größerer Wald- und Verschönerungsanlagen im Stadtgebiete Culm und Gründung eines Culmer Zweigvereins des Verbandes zur Hebung des Fremdenverkehrs in Ost- und Westpreußen einer breiteren Öffentlichkeit. Durch abgestufte Mitgliedsbeiträge wollte er es allen Einwohnern unabhängig von ihren Vermögens- und Einkommensverhältnissen ermöglichen, sich aktiv im Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs zu betätigen.

Schacht’schen Anlagen in Chełmno - 2008Die tatsächliche Gründung des Vereins am 4. Juli 1906 und die rasche Entfaltung einer umfassenden Tätigkeit belegen, dass die Pläne Dr. Schachts in Culm positiv aufgenommen worden sind. Dr. Schacht wurde am 7. August 1906 erster Vereinsvorsitzender. Zu seinem Stellvertreter wurde Bürgermeister Komoss gewählt. Das Amt des Schriftführers übte Goerz aus, stellvertretender Schriftführer wurde der Lehrer Albert Rehbein und Schatzmeister ein gewisser Kummer. Bereits am 1. September 1906 kaufte der Verein für 5300 Mark ein erstes Grundstück mit einer Fläche von 17 Morgen. Man begann, Spazierwege anzulegen, Aussichtspunkte zu schaffen, Parkbänke aufzustellen und tausende Bäume zu pflanzen. Weitere Flächen wurden erworben, so dass 1907 im nun 45 Morgen (rund 11,25 ha) großen Park, der zu Ehren des Kaisers offiziell Wilhelmshöhe genannt wurde, 45000 Bäume wuchsen. Die nicht unerheblichen Finanzmittel stammten zum einen aus den Mitgliedsbeiträgen, zum anderen aus Spenden vermögenderer Bürger. Als Schenkungen überließen Einwohner dem Verein beispielsweise Sitzbänke und eine kleine Brücke, die den Zugang über den Bach Fribbe (poln. Browina) zum neuen Park ermöglichte. Der Verein organisierte außerdem Theatervorführungen, deren Erlös zur Finanzierung des neuen Parks eingesetzt wurde.

Während des Ersten Weltkriegs dürfte das Vereinsleben zum Ruhen gekommen sein, denn nach der polnischen Unabhängigkeit musste die neue Verwaltung, die den Park nach dem polnischen Nationaldichter Juliusz Słowacki benannte, umfangreiche Pflegearbeiten vornehmen, um der nach ihrem Begründer auch als Schacht’sche Anlagen bezeichneten Fläche wieder ihren alten Glanz zu verleihen. Ein Parkwächter sorgte dafür, dass die Nutzungsordnung eingehalten wurde. So war es verboten, im Park Blumen zu pflücken, Pilze zu suchen und zu reiten.

Schacht’schen Anlagen in Chełmno - 2008 - Gedenkstein für Rehbein und SchachtIn dieser Zeit betreute den Park die Towarzystwo Przyjaciół Chełmna (Gesellschaft der Freunde Culms), die im Mai 1929 zu Ehren Dr. Schachts, der nach dem Krieg die Stadt verlassen hatte, sowie des Lehrers Rehbeins einen Gedenkstein errichtete, der die polnische Inschrift trug:

Park ten założył
lekarz Dr. Schacht
r. 1906
a upiekszył nauczyciel
Rehbein
1906-1917
[Tow. Przyj. Chełmna 1929]

Schacht’schen Anlagen in Chełmno - 2008 - Gedenkstein für Rehbein und SchachtÜbersetzt bedeutet dies:

Diesen Park legte
der Arzt Dr. Schacht
im Jahr 1906 an
und der Lehrer
Rehbein verschönerte ihn
von 1906-1917
[Gesell. d. Freunde Culms 1929]

Der im Laufe der Jahrzehnte beschädigte Gedenkstein wurde 1996/1997 erneuert. Damals wurde auch sein Standort leicht verändert. Er befindet sich jetzt etwa 50 m östlich der Zufahrt zum Sportplatz. Heute nicht mehr vorhanden ist der unterste Teil der Inschrift „Tow. Przyj. Chełmna 1929”.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Organisation mehr, die den Słowacki-Park ständig betreute. Im Rahmen sog. Subbotniks, also vorgeblich freiwilliger und unbezahlter Arbeitseinsätze der Bevölkerung, wurde das Gelände gepflegt. Aus dieser Zeit dürften die Geländer an den noch gut erhaltenen Treppen sowie die Brüstung der im Sommer 2008, als die hier präsentierten Fotos entstanden sind, wegen Baufälligkeit gesperrten Brücke stammen.

Schacht’schen Anlagen in Chełmno - 2008An manchen Stellen erkennt man noch Fundamente gegenwärtig nicht mehr vorhandener Parkbänke. Im Großen und Ganzen hat der Park seine ursprüngliche Bedeutung völlig verloren. Relativ abseits gelegen, wird er nur von wenigen Spaziergängern genutzt. Ein Ziel des von Dr. Schacht 1906 vorgestellten Konzepts ist jedoch erreicht worden. Zwar hat sich die Stadt nicht zu einem Kurort entwickelt, jedoch mit dem verwilderten Park einen Stadtwald erhalten, der angesichts der ständig wachsenden Wohngebiete für kommende Generationen sicherlich einen wertvollen Naherholungsraum darstellen wird.


Quellen:
Anna Soborska-Zielińska, Parki i ogrody Chełmna, Chełmno 1999, S. 19-21 (Park Słowackiego)

Anna Soborska-Zielińska, Obelisk pamiątkowy poświęcony założycielowi Parku Słowackiego doktorowi Schachtowi i nauczycielowi Rehbeinowi, in: Chełmińskie pomniki i tablice pamiętkowe, Chełmno 2001, S. 51-53

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 28.12.2008]

Kriegerdenkmal

Kriegerdenkmal aus dem Jahr 1889 in ChełmnoDenkmäler errichtet man in der Regel für die Ewigkeit. Infolge politisch-gesellschaftlicher Veränderungen werden sie aber nicht selten als Relikte früherer Epochen bereits nach relativ kurzer Zeit durch dem gerade aktuellen Zeitgeist genehme Symbole ersetzt.

Als Beispiel für derartige Entwicklungen kann das 6,58 m hohe Kriegerdenkmal dienen, das auf dem Culmer Marktplatz südwestlich des Rathauses laut seiner Inschrift den tapferen Kriegern aus Stadt und Kreis Culm zum ehrenden Andenken angefertigt und am 18. August 1889 unter der Beteiligung von rund 3000 Einwohnern und Gästen feierlich (für heutige Begriffe mit patriotischem Pathos) enthüllt wurde. Die ersten beiden Postkartenausschnitte zeigen das Kriegerdenkmal an seinem ursprünglichen Standort. Die oberhalb der Felder mit den Inschriften erkennbaren runden Medaillons enthalten Porträts damals in Preußen bedeutender Persönlichkeiten – Wilhelm I., Friedrich II., General Helmuth von Moltke und Otto von Bismarck.

Kriegerdenkmal in Chełmno (Culm)Mit einem Metallzaun umgeben, stand das Denkmal, das an den Tod der in den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 gefallenen Soldaten Rudolf Meier, Martin Friedrich Bensemann, Johann Sobiechewski, Richard Consentius, Ernst Philipp Gottlieb Lange, Paul Ernst Albert Raabe, Emil Carl Leitreiter, Johann Stephan, Gottlieb Fuchs, Ferdinand Julius Bundt, Wilhelm Heuser, Karl Schlag und Franz Urbanski erinnerte, über 30 Jahre lang bis zum Ende der preußischen Ära im Jahr 1920 auf dem Marktplatz.

Nachdem der erste polnische Bürgermeister Dr. Ottomar Krefft am 20. Januar 1920 offiziell die Geschäfte von seinem deutschen Amtsvorgänger übernommen hatte, wurde bereits am 11. Februar der Beschluss gefasst, das Kriegerdenkmal vom Markt der nun zum polnischen Staat gehörenden Stadt Chełmno zu entfernen. Die Demontage übernahm der örtliche Maurermeister Władysław Płuciński. Die wichtigsten Bestandteile des Denkmals, nämlich die Granitblöcke, wurden auf den evangelischen Friedhof östlich der Altstadt verbracht und der Metallzaun im Wasserturm an der ul. Dominikańska deponiert. Da offensichtlich keine kurzfristige Einigung mit der evangelischen Kirchengemeinde über das weitere Schicksal des Denkmals erzielt wurde, ordnete die Stadtverwaltung 1923 an, es wieder vom Friedhof zu nehmen und im Wasserturm oder einem anderen Lagerort abzustellen. Schließlich kam es offensichtlich doch zu einer Verständigung mit der vorwiegend aus Angehörigen der deutschen Minderheit bestehenden evangelischen Kirchengemeinde mit Pastor Johannes Frese an der Spitze, die das Denkmal 1930 feierlich auf ihrem Friedhofsgelände aufstellte, und zwar in unmittelbarer Nähe von Gräbern im Ersten Weltkrieg gefallener Soldaten am Hauptweg des Friedhofs, der von der ul. Dworcowa bis zur ul. 3 Maja führte.

Kriegerdenkmal von 1889 ab 1940 am Landratsamt in Culm - ChelmnoAber auch dort fand das Kriegerdenkmal nur für gut ein Jahrzehnt eine neue Heimat. Nach der im September 1939 erfolgten Besatzung der Stadt Chełmno durch das Dritte Reich suchten die nationalsozialistischen Machthaber einen Ersatz für das polnische Grab des unbekannten Soldaten. Da den NS-Ideologen ein Denkmal für tapfere Krieger mehr zu taugen schien als die zu preußischer Zeit hier platzierte Büste von Kaiser Friedrich III., stellte man nicht wieder ein Kaiserdenkmal auf, sondern verlegte (wahrscheinlich im Jahr 1940) das Kriegerdenkmal vom nahe gelegenen Friedhof auf den Platz neben dem Landratsamt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal beseitigt und der Vorkriegszustand durch die erneute Anlage des Grabs des unbekannten Soldaten wieder hergestellt. Das Kriegerdenkmal wurde nun endgültig zerstört, indem es zersägt und seine Einzelteile unterschiedlichen Zwecken zugeführt wurden.

Quellen:

  • Soborska-Zielińska, Anna: Chełmińskie pomniki i tablice pamiątkowe, Chełmno 2001, S. 16 ff. (Pomnik wojaków)
  • Bilder: Postkarten aus moje-chelmno.pl

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 22.03.2008]

Bismarckturm

Den 1909 vor den Toren der Stadt Culm errichteten und 1920/1921 abgetragenen Bismarckturm beschreibt ausführlich die Website bismarcktuerme.de. Man findet dort einige Abbildungen und nähere Angaben zum Bau des Turms sowie einen Bericht über die mit großem Pomp veranstaltete Einweihungsfeier.
Bismarcktürme zu errichten, kam in den letzten Jahren Preußens in Mode. In der Region gab es derartige Denkmäler noch in Bromberg (Bydgoszcz) und in Thorn (Torun).

Nach Wiederentstehung des polnischen Staates begann man, einen Freiheitshügel aufzuschütten. Seit November 1998 befindet sich hier das Unabhängigkeitsdenkmal.

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 11.12.2007]

Franciszek, Maksymilian und Leon Raszeja

Franciszek Raszeja wurde am 2. April 1896 in Culm (Chełmno) in dem direkt neben dem Postamt gelegenen Haus am Markt geboren (heute ul. Rynek 14). Seine Eltern waren Ignacy Raszeja und Julianna, geb. Cichoń[1]. Ignacy Raszeja war als Oberpostschaffner tätig[2].

Franciszek Raszeja und Kurt Schumacher 1912Franciszek Raszeja besuchte in seiner Heimatstadt die Schule. Seit April 1906 ging er auf das Königlich Katholische Gymnasium, wo er im Frühjahr 1912 mit dem nicht viel älteren Kurt Schumacher Freundschaft schloss[3]. Man spielte zusammen Fußball und ging zum Schwimmen an die Weichsel. Die freundschaftliche Verbindung zwischen dem aus einer polnisch-katholischen Familie stammenden Raszeja und dem in einem deutsch-protestantischen Elternhaus aufgewachsenen Schumacher muss eng gewesen sein, denn Raszeja berichtete seinem Freund nicht nur von der Tätigkeit der geheimen polnischen Schülerverbindung, Gesellschaft der Philomaten (poln. Towarzystwo Filomatów) genannt, der er seit 1911 angehörte, sondern nahm ihn auch zu Treffen der Philomaten mit[4]. Diese Organisation hatte sich das Ziel gesetzt, die polnische Sprache und Kultur zu pflegen, und wurde von den preußischen Behörden regelrecht bekämpft. Seit 1899 war es auf dem Gelände des Culmer Gymnasiums verboten, die polnische Sprache zu benutzen, wobei die Schüler an dieses Verbot jedes Jahr ausdrücklich erinnert wurden. Auch durfte die polnische Schülerbibliothek nicht mehr benutzt werden.Abiturienten in Chełmno 1914 Im September 1901 kam es in Thorn (Toruń) zum sog. Geheimbundprozess, in dem sich 60 junge Polen, davon 37 Schüler und Absolventen des Culmer Gymnasiums, wegen der Zugehörigkeit zu dieser „preußenfeindlichen Verbindung“ verantworten mussten[5]. Der als Zeuge vernommene Direktor des Culmer Gymnasiums Friedrich Preuß betonte, dass bereits allein die Pflege der polnischen Sprache und Literatur im Rahmen dieser Geheimorganisation, unabhängig von der Frage, ob diese politische Ziele verfolgt, zu einem Verweis von der Schule geführt hätte[6]. Das Gericht sprach 15 Angeklagte frei, 10 erhielten einen Verweis, verurteilte aber die übrigen zu Geld- und kurzzeitigen Gefängnisstrafen. Die preußische Schulverwaltung entschloss sich kurz nach dem Prozess, die sog. Geheimbündler der Schule zu verweisen und ihnen auch den Besuch anderer höherer Schulen in Preußen zu verweigern[7]. Eine Aufdeckung der Zugehörigkeit Raszejas zum 1903 reaktivierten Geheimbund oder der Verbindung Schumachers zu dieser Vereinigung hätte also mit Sicherheit Konsequenzen für ihre persönliche Zukunft gehabt. Auch Schumachers Familie – sein Vater stand als Kaufmann und Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung gesellschaftlich in einer sehr exponierten Position, seine Schwester Hedwig war Lehrerin in Culm, seine anderen Schwestern waren mit im preußischen Schuldienst stehenden Lehrern verheiratet – hätte Nachteile erleiden können, wären die Sympathien des späteren SPD-Politikers für die polnische Geheimbewegung bekannt geworden.

Elternhaus Raszeja am Markt in Chełmno1914 wurde Raszeja zum Militärdienst eingezogen und diente in der preußischen Armee an der Ostfront. Er geriet in russische Gefangenschaft und konnte erst 1918 nach vierjährigem Aufenthalt in Taschkent (heute Usbekistan) fliehen und über Finnland und Schweden in seine Heimat zurückkehren[8]. Am 31. Mai 1918 nahm Raszeja ein Philologiestudium in Berlin auf, wechselte am 10. Oktober 1918 jedoch an die medizinische Fakultät[9]. Im Februar 1919 setzte er sein Studium in Münster fort. Hier traf er sich mit Kurt Schumacher, der sich zu dieser Zeit ebenfalls in Münster aufhielt. Raszeja verließ die Stadt aber bereits im Juli 1920, um nach Polen zurückzukehren[10]. 1920 nahm er als Sanitäter am polnisch-sowjetischen Krieg teil[11].

Nach seinem weiteren Medizinstudium in Krakau (Kraków) sowie Posen (Poznań) und seiner Promotion im Jahr 1923[12] war er in der Universitätsklinik Posen tätig. 1931 habilitierte er sich und wurde Direktor des orthopädischen Krankenhauses in Swarzędz bei Posen[13]. Gleichzeitig leitete er eine orthopädische Poliklinik in Posen[14]. Raszeja erreichte 1935 die Wiedereröffnung dAdressbuch Poznaż 1930es Orthopädiekrankenhauses der Posener Universität und übernahm seine Leitung[15]. Ein Jahr später wurde er zum Professor für Orthopädie ernannt[16]. Raszeja ist Verfasser von rund 50 wissenschaftlichen Arbeiten[17]. 1937 protestierte er mit zehn anderen Wissenschaftlern gegen die Beschränkung der Zahl jüdischer Studenten (numerus clausus) und wehrte sich auch gegen die Einrichtung gesonderter Sitzplätze für Juden in den Hörsälen[18].

Im September 1939 flüchtete Raszeja mit dem Personal des Armeekrankenhauses Lodsch (Łódź), in das er zu Kriegsbeginn einberufen worden war, vor der nahenden Front nach Osten und kam in die Stadt Kowel[19], die damals zu Polen gehörte und heute 65 km von der polnischen Grenze entfernt im Nordwesten der Ukraine liegt. Hier wurde er Kommandant des Armeekrankenhauses[20]. Als die Sowjetunion infolge des Hitler-Stalin-Pakts ab dem 17. September die ostpolnischen Gebiete besetzte und Raszeja gewarnt wurde, dass der sowjetische NKWD seine Verhaftung plant, floh er nach Warschau[21]. Hier wurde er im Dezember 1939 Oberarzt der orthopädischen Abteilung des Krankenhauses des Polnischen Roten Kreuzes an der ul. Smolna 6[22]. Er unterrichtete im Untergrund Studenten der Geheimen Warschauer Universität. Die Veranstaltungen fanden im Krankenhaus statt, in dem er arbeitete[23]. Die Einrichtung des Warschauer Ghettos führte dazu, dass sein enger Mitarbeiter Dr. Kazimierz Polak mit seiner jüdischen Ehefrau ins Ghetto umziehen musste[24]. Raszeja nahm Verbindung mit dem sich im Ghetto aufhaltenden Professor Ludwik Hirszfeld auf, leistete vielen Ghettobewohnern ärztliche Hilfe und organisierte einen Blutspendedienst für die jüdische Bevölkerung[25]. Außerdem schmuggelte Raszeja Impfstoffe, Medikamente und Lebensmittel ins durch eine hohe Mauer von den umgebenden Stadtteilen abgegrenzte und vom Terror gezeichnete Ghetto, in dem durch die von den deutschen Besatzern bewusst in Kauf genommenen extremen Lebensbedingungen die Sterblichkeit sehr hoch war; er half auch Juden, aus dem Ghetto zu fliehen[26]. Am 21. Juli 1942 begab sich Professor Raszeja, obwohl ihm bei der Ausgabe des Passierscheins angedeutet wurde, dass es sich um einen „gefährlichen Tag“ handele[27], ins Ghetto, um einen schwer kranken Patienten, den Antiquar Abe Gutmajer[28], im Haus an der ul. Chłodna 26 zu behandeln[29]. Er wurde dort mit dem Patienten und dessen Familie, seinem ehemaligen Assistenten Dr. Kazimierz Polak und einer Krankenschwester von SS-Männern erschossen[30]. Franciszek Raszeja hinterließ seine Frau und zwei Töchter[31].

Die Nachricht von dieser Tat muss sich im Ghetto rasch verbreitet haben, denn sowohl Stanisław Gombiński (Moje wspomnienia), Henryk Makower (Pamiętnik z getta warszawskiego, październik 1940 – styczeń 1943) und auch Ludwik Hirszfeld („Dzieje jednego życia“) berichten in ihren Erinnerungen aus dem Warschauer Ghetto von diesem Mord[32]. Für die sicherlich größte Bekanntmachung sorgte jedoch Władysław Szpilman, der in seinem 1946 verfassten Buch „Śmierć miasta“ („Tod einer Stadt“, dt. Ausgabe 1998 unter dem Titel „Das wunderbare Überleben – Warschauer Erinnerungen 1939-1945) Raszeja erwähnt. Auch Roman Polanski erinnert in seinem preisgekrönten Film „Der Pianist“ aus dem Jahr 2001, der auf Szpilmans Autobiographie beruht, an Raszeja. Władysław Szpilman schrieb in seinem Buch: „An diesem Tag kam es am Nachmittag zu einem Vorfall, der Warschau auf beiden Seiten der Mauer erschütterte; der bekannte polnische Chirurg, ein Meister seines Fachs, Doktor Raszeja, Professor der Posener Universität, wurde ins Ghetto gebeten, um eine schwierige Operation durchzuführen. Wie in solchen Fällen üblich, erhielt er am Eingang der Kommandantur der deutschen Polizei einen Passierschein, aber als er schon vor Ort war und mit dem Eingriff begann, drangen SS-Männer in die Wohnung und erschossen den in Narkose auf dem Operationstisch liegenden Patienten, anschließend den Chirurgen und schließlich alle sich im Haus aufhaltenden Bewohner.“[33]

Im Februar 2001 wurde Franciszek Raszeja für seinen Einsatz für die jüdische Bevölkerung von der israelischen Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust Yad Vashem in Jerusalem posthum der Titel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen[34].

Maksymilian Raszeja
Franciszek Raszejas älterer Bruder Maksymilian wurde am 10. März 1889 geboren und besuchte das Gymnasium im seinerzeit preußischen Culm, an dem er 1907 das Abitur ablegte[35]. Nach dem Abitur besuchte er ab 1907 das Priesterseminar in Peplin, wo er 1912 zum Priester geweiht wurde. Nach einem Theologiestudium in Freiburg im Breisgau erwarb er dort 1915 den Titel eines Doktors der Theologie. Während des Ersten Weltkriegs diente Raszeja als Militärgeistlicher in der preußischen Armee. Nach dem Krieg war er Pfarrer in Śliwice bei Tuchola (dt. Tuchel), bis er 1926 zum Professor am Pepliner Priesterseminar berufen wurde. 1928 wurde er Kanoniker. Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde Raszeja am 12. September 1939 verhaftet. Man versuchte, ihn durch Misshandlungen zur Preisgabe des Verstecks der Pepliner Gutenbergbibel, anderer wertvoller Kunstwerke und Archivbestände zu bewegen. Zusammen mit anderen Priestern wurde Maksymilian Raszeja am 20. Oktober 1939 in Tczew (dt. Dirschau) erschossen.[36]

Leon Raszeja
Leon Raszeja wurde am 26. Juni 1901 geboren und studierte nach der 1921 am Culmer Gymnasium bestandenen Reifeprüfung[37] Rechtswissenschaften an den Universitäten in Kraków (Krakau) und Poznań (Posen). Nach seinem Abschluss 1926 war er zehn Jahre lang als Richter in Chojnice (Konitz), Czersk (Marienwalde), Tuchola (Tuchel) und Grudziądz (Graudenz) tätig. Am 10. Juni 1936 wurde er zum Stadtpräsidenten von Toruń (Thorn) gewählt und trat sein Amt am 8. August desselben Jahres an. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen wird die Stadtverwaltung von Toruń in den ersten Septembertagen 1939 nach Lublin verlagert. Hier kommt Leon Raszeja am 9. September 1939 bei einem Bombenangriff ums Leben.[38]

Gedenktafel Raszeja[1] Grzeszna-Kozikowska, Anna, „Bracia Raszejowie“, in: „Czas Chełmna“ 02.04.2004, S. 8
[2] Schober, Volker, Der junge Kurt Schumacher 1895 – 1933, Bonn 2000, S. 65 [Das Buch ist erhältlich beim Verlag J.H.W. Dietz Nachf. Bonn]
[3] Schober, S. 65
[4] Schober, S. 66
[5] Schober, S. 56 ff
[6] Schober, S. 59
[7] Schober, S. 61
[8] Jurkowiak, Adam, „Prof. Raszeja – zapomniany Sprawiedliwy“, in: Trybuna 155 (4055), Magazyn 27 (83), 05.07.2003, S. 11, online unter URL:
http://forum-znak.org.pl/index.php?t=przeglad&id=1889 (22.12.2004)
[9] Schober, S. 123
[10] Schober, S. 123 f
[11] Jurkowiak, Adam, „Prof. Raszeja – zapomniany Sprawiedliwy“
[12] Grzeszna-Kozikowska, Anna, „Bracia Raszejowie“
[13] Kocon, Tadeusz, „Profesor Franciszek Raszeja (1896-1942), in: „Z Życia Akademii Medycznej w Warszawie“, April 2000 – Nummer 4 (95), online unter URL:
http://www.bibl.amwaw.edu.pl/pismo/4-00.htm (22.12.2004)
[14] Kocon, Tadeusz, „Profesor Franciszek Raszeja (1896-1942)“
[15] Kocon, Tadeusz, „Profesor Franciszek Raszeja (1896-1942)“
[16] Grzeszna-Kozikowska, Anna, „Bracia Raszejowie“
[17] Grzeszna-Kozikowska, Anna, „Bracia Raszejowie“
[18] Jurkowiak, Adam, „Prof. Raszeja – zapomniany Sprawiedliwy“
[19] Kocon, Tadeusz, „Profesor Franciszek Raszeja (1896-1942)“
[20] Jurkowiak, Adam, „Prof. Raszeja – zapomniany Sprawiedliwy“
[21] Jurkowiak, Adam, „Prof. Raszeja – zapomniany Sprawiedliwy“
[22] Jurkowiak, Adam, „Prof. Raszeja – zapomniany Sprawiedliwy“, Kocon, Tadeusz, „Profesor Franciszek Raszeja (1896-1942)“
[23] Kocon, Tadeusz, „Profesor Franciszek Raszeja (1896-1942)“
[24] Jurkowiak, Adam, „Prof. Raszeja – zapomniany Sprawiedliwy“
[25] Kocon, Tadeusz, „Profesor Franciszek Raszeja (1896-1942)“, Grzeszna-Kozikowska, Anna, „Bracia Raszejowie“
[26] vgl. Jurkowiak, Adam, „Prof. Raszeja – zapomniany Sprawiedliwy“
[27] Kocon, Tadeusz, „Profesor Franciszek Raszeja (1896-1942)“
[28] Grzeszna-Kozikowska, Anna, „Bracia Raszejowie“
[29] Durkalec, Jerzy, „Zginął pomagając pacjentowi“, in: „Głos Wielkopolski“ 30.04.2003, online unter URL:
http://www.glos.com/index.php?arch=1&d=03-04-30&∓k=glosemcz&f=07-03 (27.12.2004)
[30] Durkalec, Jerzy, „Zginął pomagając pacjentowi“
[31] Schober, S. 124
[32] vgl. Eintrag in der Datenbank über das Warschauer Ghetto, online unter URL:
http://warszawa.getto.pl/pl/site/wyszukiwanie_db (22.12.2004)
[33] Szpilman, Władysław, Pianista. Warszawskie wspomnienia 1939-1945, Kraków 2002
[34] vgl. Notiz „Sprawiedliwi wśród narodów świata“ in der Tageszeitung „Życie“ vom 26.02.2001, online unter URL:
http://www.zycie.com.pl/archiwum/tekst.php?id_tekst=7250 (27.12.2004)
[35] Rafiński, Stefan, „Z dziejów Gimnazjum i Liceum Ogólnokształcącego w Chełmnie“, Bydgoszcz 2002, S. 111
[36] Grzeszna-Kozikowska, Anna, „Bracia Raszejowie“
[37] Rafiński, Stefan, „Z dziejów Gimnazjum i Liceum Ogólnokształcącego w Chełmnie“, Bydgoszcz 2002, S. 112
[38] Grzeszna-Kozikowska, Anna, „Bracia Raszejowie“; Informationen über Leon Raszeja auf der Homepage der Stadtverwaltung Toruń, online unter URL:
http://www.um.torun.pl/torun/miasto/Raszeja.php (27.12.2004)
[B1] Reproduktion aus Schober, S. 66

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: Januar 2005]


Deutsche Besatzung in Chełmno nad Wisłą – empfohlene Beiträge:


Historisches Straßenregister

An dieser Stelle soll mit der Zeit eine möglichst präzise Übersicht über die historischen Namen der Straßen in Culm an der Weichsel (Chełmno nad Wisłą) entstehen. Ausgangspunkt ist dabei die heutige amtliche Bezeichnung im Fettdruck. Die Straßen sind alphabetisch sortiert, wobei der im Polnischen voranstellte Zusatz für Straße (ulica, Abkürzung ul.), Allee (aleja, Abkürzung al.) bzw. Platz (plac, Abkürzung pl.) bei der Sortierung ebenso unberücksichtigt bleibt wie der Titel und/oder Vorname bei nach Personen benannten Straßen.

Angegeben werden nach Nennung des heutigen amtlichen Straßennamens die festgestellten historischen Bezeichnungen, denen das Jahr bzw. der Zeitraum ihrer Geltung vorangestellt wird. In Rundklammern werden ggf. weitere abweichende (auch nichtamtliche) Bezeichnungen, die zeitlich nicht genau eingeordnet werden können, hinzugefügt. In eckigen Klammern folgt sodann die Kurzangabe der Quelle, der der jeweilige Straßenname entnommen wurde. Vollständige Angaben entnehmen Sie bitte dem Quellenverzeichnis ganz am Ende des Straßenregisters.

Die folgende Aufstellung wird laufend ergänzt, sobald neue Quellen vorliegen. Gerne nehme ich Ihre Hinweise entgegen, um an dieser Stelle allen an der Geschichte der Stadt Culm interessierten Personen ein möglichst umfassendes Straßenverzeichnis anbieten zu können. Insbesondere suche ich alte Stadtpläne oder Kopien amtlicher Unterlagen mit Datum aus unterschiedlichen Epochen, die für die Vervollständigung des Straßenregisters eine große Hilfe darstellen würden.

al. 3 Maja
1903: Roonstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1923: ul. 3 Maja [Dziedzic 1923, S. 188]
1938: Roonstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Armii Czerwonej [Mansfeld 1983]

ul. 22 Stycznia
vor 1772: ul. Knapska [Zieliński, S. 43]
1773: Tuchmacher Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Cadetten Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Friederichs Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1900 (ca.): Friedrichstraße [Chełmno auf alten Postkarten, S. 14]
1903: Friedrichstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Friedrichsstraße [Bahr 1919]
1923: ul. 22 Stycznia [Dziedzic 1923, S. 188]
1929: ul. 22 Stycznia [Grabowski 1929]
1938: Friedrichstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. 22 Stycznia [Mansfeld 1983]
(Wollenwebergasse – Angabe bei Bahr 1919)
(ul. Sukiennicza, ul. Knapska [Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.])

ul. Biskupia
vor 1772: ul. Rosmelska (Mitte des 18. Jh. auch ul. Franciszkańska) [Zieliński, S. 43]
1773: Rosmansche Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Ross Mühlen Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Bischofs Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Bischofstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Bischofsstraße [Bahr 1919]
1929: ul. Biskupia [Grabowski 1929]
1938: Bischofstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Biskupia [Mansfeld 1983]
(Barfüßergasse – Angabe bei Bahr 1919)
(ul. Rozmelska [Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.])

ul. Danielewskiego
1903: Kasernenstraße [Katasterkarte 1861-1903]

ul. Dominikańska
vor 1772: ul. Kaznodziejska (Mitte des 18. Jh. auch ul. Dominikańska) [Zieliński, S. 43]
1773: Priester Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Prediger Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Prediger Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Predigerstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Predigerstraße [Bahr 1919]
1923: ul. Kaznodziejska [Dziedzic 1923, S. 182]
1929: ul. Dominikańska [Grabowski 1929]
1938: Predigerstraße (Abschnitt zwischen ul. Rybacka und ul. Wodna), Dominikanerstraße (Abschnitt zwischen ul. Rybacka und ul. Klasztorna) [Stadtplan 1938]
1983: ul. Dominikańska [Mansfeld 1983]
(Merseburger Straße – Angabe bei Bahr 1919)
(ul. Kaznodziejska [Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.])

ul. Dworcowa
1903: Bahnhofstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Bahnhofstraße [Bahr 1919]
1923: ul. Dworcowa [Dziedzic 1923, S. 182]
1938: Bahnhofstraße [Stadtplan 1938]
1939-1945 (NS-Zeit): Danziger Straße [Chełmno auf alten Postkarten, S. 118]
1983: ul. Dworcowa [Mansfeld 1983]

ul. Franciszkańska
1773: Priester Haus Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Widdem Strasse [Stadtplan 1774]
1903: Franziskanerstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Franziskanerstraße [Bahr 1919]
1923: ul. Franciszkańska [Dziedzic 1923, S. 188]
1929: ul. Franciszkańska [Grabowski 1929]
1938: Franziskanerstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Franciszkańska [Mansfeld 1983]
(ul. Biskupia [Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.])

ul. Grudziądzka
vor 1772: ul. Grubińska [Zieliński, S. 43]
1773: Grosse Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Grubno oder Graudentzer Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Graudenzer Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Graudenzerstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1923: ul. Grudziądzka [Dziedzic 1923, S. 182]
1929: ul. Grudziądzka [Grabowski 1929]
1938: Graudenzerstraße [Stadtplan 1938]
vor 1939: ul. Marszałka Focha [Soborska-Zielińska fotografia, S. 25]
1939-1945 (NS-Zeit): Hermann-Göring-Straße [Chełmno auf alten Postkarten, S. 119]
1983: ul. Grudziądzka [Mansfeld 1983]
(Grubnoer Straße – Angabe bei Bahr 1919)

ul. Gen. Hallera
1773: Handel Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Markt Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Horn Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1900 (ca.): Hornstraße [Chełmno auf alten Postkarten, S. 14]
1903: Hornstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Hornstraße [Bahr 1919]
1929: ul. Józefa Hallera [Grabowski 1929]
1938: Hornstraße [Stadtplan 1938]
nach 1945: ul. 1 Maja [Soborska-Zielińska fotografia, S. 25]
nach 1990: ul. Gen. Hallera

ul. Gen. J. Jastrzębskiego
1903: Bergstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1938: Heiratchaussee [Stadtplan 1938]

ul. Kamionka
vor 1772: ul. Kamionka [Zieliński, S. 43]
1903: Weichselstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1929: ul. Kamionka [Grabowski 1929]

ul. Kilińskiego
1903: Trinkestraße [Katasterkarte 1861-1903]
1929: ul. Kilińskiego [Grabowski 1929]

ul. Klasztorna
1773: Franciscaner Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Capell Strasse [Stadtplan 1774]
1903: Nonnenstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1929: ul. Klasztorna [Grabowski 1929]
1938: Klosterstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Klasztorna [Mansfeld 1983]
(ul. Franciszkańska [Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.])

ul. Kościelna
vor 1772: ul. Ciasna (Vermutung) [Zieliński, S. 43]
1773: Dominicaner Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1903: Kirchgasse [Katasterkarte 1861-1903]
1929: ul. Kościelna [Grabowski 1929]
1938: Kirchgasse [Stadtplan 1938]
1983: ul. Kościelna [Mansfeld 1983]

ul. Kościuszki
1903: Schmidtstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Schmidtstraße [Bahr 1919]
1923: ul. Tadeusza Kościuszki [Dziedzic 1923, S. 188]
1929: ul. Tad. Kościuszki [Grabowski 1929]
1938: Schmidtstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Kościuszki [Mansfeld 1983]

ul. Leśna
1929: ul. Leśna [Grabowski 1929]

ul. Łąkowa
1903: Weidenweg [Katasterkarte 1861-1903]

ul. Łożyńskiego
1903: Fischbachstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1923: ul. dyr. Lożyńskiego [Dziedzic 1923, S. 188]
1929: ul. Łożyńskiego [Grabowski 1929]

ul. Łunawska
1939: Szosa Łunawska [Telefonbuch 1939]

ul. Młyńska
1903: Mühlenstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Mühlenstraße [Bahr 1919]
1923: ul. Młyńska [Dziedzic 1923, S. 188]
1923: ul. Młyńska [Grabowski 1929]
1938: Mühlenstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Buczka [Mansfeld 1983]

ul. Nad Browiną
1903: An der Fribbe [Katasterkarte 1861-1903]

ul. Ogrodowa
1903: Kämpenstraße [Katasterkarte 1861-1903]

ul. Okrężna
1903: Burgweg [Katasterkarte 1861-1903]

ul. Osnowska
1929: Tor. Przedmieście [Grabowski 1929]

ul. Parkowa
1903: Parkstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Parkstraße [Bahr 1919]
1923: ul. Parkowa [Dziedzic 1923, S. 188]
1929: ul. Parkowa [Grabowski 1929]
1938: Parkstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Nowotki [Mansfeld 1983]

ul. Podgórna
1903: Unterbergstraße [Katasterkarte 1861-1903]

ul. Podmurna
1903: Mauerstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1938: Mauerstraße [Stadtplan 1938]
1939: ul. Podmurna [Telefonbuch 1939]
1983: ul. Podmurna [Mansfeld 1983]

ul. Polna
1903: Feldstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1923: ul. Polna [Dziedzic 1923, S. 188]
1929: ul. Polna [Grabowski 1929]
1938: Feldstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Polna [Mansfeld 1983]

ul. Poprzeczna
1773: Seiten Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Seiten Strasse [Stadtplan 1774]
1774: ul. Poprzeczna [Zieliński, S. 43, Fußnote 173]
1820: Quer Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Querstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Querstraße [Bahr 1919]
1929: ul. Poprzeczna [Grabowski 1929]
1938: Querstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Poprzeczna [Mansfeld 1983]

ul. Portowa
1903: Hafenweg [Katasterkarte 1861-1903]

ul. Powstańców Wielkopolskich
vor 1920: Ackerstraße [Soborska-Zielińska, gmina żydowska, S. 14]
1929: ul. Rolna [Grabowski 1929]
1938: Ackerstraße [Stadtplan 1938]

ul. Rybacka
1773: Fischer Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: ul. Rybacka [Zieliński, S. 43, Fußnote 173]
1774: Fischer Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Fischer Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Fischerstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Fischerstraße [Bahr 1919]
1929: ul. Rybacka [Grabowski 1929]
1938: Fischerstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Rybacka [Mansfeld 1983]

ul. Rycerska
1773: Schmer Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Schmeer Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Ritterstraße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Ritterstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1923: ul. Rycerska [Dziedzic 1923, S. 182]
1929: ul. Rycerska [Grabowski 1929]
1938: Ritterstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Rycerska [Mansfeld 1983]
(Schmergasse – Angabe bei Bahr 1919)
(ul. Sadłowa [Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.])

pl. Rydygiera
1939: pl. dr L. Rydygiera [Telefonbuch 1939]

Rynek
1919: Markt [Bahr 1919]
1939: Rynek [Telefonbuch 1939]
1939-1945 (NS-Zeit): Adolf-Hitler-Platz [Postkarten aus der Besatzungszeit]

ul. Rynkowa
1773: Hospital Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Hospital Strasse [Stadtplan 1774]
1774: ul. Rynkowa [Zieliński, S. 43, Fußnote 173]
1820: Markt Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Marktstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1929: ul. Rynkowa [Grabowski 1929]
1938: Marktstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Rynkowa [Mansfeld 1983]
(ul. Handlowa [Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.])

ul. Skargi
1929: ul. Piotra Skargi [Grabowski 1929]

ul. Słowackiego
1903: Schützenstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1929: ul. Strzelecka [Grabowski 1929]
1938: Schützenstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Slowackiego [Mansfeld 1983]

ul. Stare Planty
1903: An der Promenade [Katasterkarte 1861-1903]

ul. Szkolna
1773: Schul Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Schul Strasse [Stadtplan 1774]
1774: ul. Szkolna [Zieliński, S. 43, Fußnote 173]
1820: Schul Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Schulstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Schulstraße [Bahr 1919]
1929: ul. Szkolna [Grabowski 1929]
1938: Schulstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Szkolna [Mansfeld 1983]
(Holzbrückengasse – Angabe bei Bahr 1919)
(ul. Mostowa, ul. Szkolna [Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.])

ul. Świętego Ducha
1773: Heiligen Geist Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Heilige Geist Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Heilgegeist Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1919: Heilige Geist-Straße [Bahr 1919]
1929: ul. Świętego Ducha [Grabowski 1929]
1938: Heil. Geiststraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Świętego Ducha [Mansfeld 1983]

ul. Świętojęrska
1903: Georgenstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1923: ul. Świętojerska [Dziedzic 1923, S. 188]
1929: ul. Świętojęrska [Grabowski 1929]
1983: ul. Waryńskiego [Mansfeld 1983]

ul. Toruńska
vor 1772: ul. Toruńska (davor ul. Ducha Świętego genannt) [Zieliński, S. 43]
1773: Thorner Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Thorner Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Thorner Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Thornerstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Thorner Straße [Bahr 1919]
1929: ul. Toruńska [Grabowski 1929]
1938: Thornerstraße [Stadtplan 1938]
1939-1945 (NS-Zeit): Goebbels-Straße [Soborska-Zielińska fotografia, S. 25; Postkarte aus Besatzungszeit]
1983: ul. Toruńska [Mansfeld 1983]

ul. Wałowa
1545: ul. Polska, später ul. Szpitalna [Zieliński, S. 43]
1773: Hunde Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: ul. Szpitalna [Zieliński, S. 43, Fußnote 173]
1929: ul. Wałowa [Grabowski 1929]
1983: ul. Wałowa [Mansfeld 1983]
(ul. Podmurna [Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.])

ul. Wodna
1773: Wasser Gasse [Stadtplan Haasenberg April 1773]
1774: Wasser Strasse [Stadtplan 1774]
1820: Wasser Straße [Stadtplan Westphal 1820]
1903: Wasserstraße [Katasterkarte 1861-1903]
1919: Wasserstraße [Bahr 1919]
1923: ul. Wodna [Dziedzic 1923, S. 182]
1929: ul. Wodna [Grabowski 1929]
1938: Wasserstraße [Stadtplan 1938]
1983: ul. Wodna [Mansfeld 1983]

pl. Wolności
1919: Hohenzollernplatz [Bahr 1919]
1923: pl. Wolności [Dziedzic 1923, S. 188]
1938: Hansaplatz (?) [Stadtplan 1938]
1939: pl. Marszałka J. Piłsudskiego [Telefonbuch 1939]
1939-1945 (NS-Zeit): Albert-Forster-Platz [Postkarte aus dem Jahr 1941]
1987: pl. Świerczewskiego [Mansfeld 1983]

ul. Zielona
1929: ul. Zielona [Grabowski 1929]

ul. Żeglarska
1903: Segelstraße [Katasterkarte 1861-1903]

Nicht mehr vorhandene Straßen:
Feuerstraße [Katasterkarte 1861-1903]. Diese Straße verlief unmittelbar nördlich der Stadtmauer von der ul. Rybacka bis zur Klosterkirche.

Bisher nicht eindeutig zugeordnete Straßennamen:

Mittelalter [Zieliński, S. 43]: Tłusta, Rogowa, Kotlarska, Merseburska, Paulińska, Przy św. Marcinie, Za św. Pawłem, Wąska, Ciasna

Jahr 1774 [Zieliński, S. 43, Fußnote 173]: Tłusta, Kadecka, Boczna, Kapliczna

Jahr 1919 [Bahr 1919]: Ankerstraße, An der Bahn, Ausbauten, Bergstraße, Lohrstraße, Thorner Vorstadt, An der Weichsel, Wiesenstraße, Am Damm

Quellenverzeichnis

Bahr 1919:
Ernst Bahr, Zu den Wahlen der Verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung vom 19. Januar 1919 im Landkreis Kulm, abgedruckt in: Bernhart Jähnig/Peter Letkemann (Hrsg.), 750 Jahre Kulm und Marienwerder, Münster/Westf. 1983, Seiten 130-131

Chełmno auf alten Postkarten:
Chełmno auf alten Postkarten/na starej pocztówce, Hrsg. Muzeum Ziemi Chełmińskiej, Chełmno 2000

Dziedzic 1923:
Jan Tomasz Dziedzic, Powiat i miasto Chełmno, monografia krajoznawcza, Chełmno 1923

Grabowski 1929:
Jan Grabowski, Przewodnik po Chełmnie, Toruń 1929 (Stadtplan auf Seite 51)

Historischer Atlas – Wachstumsphasen 13.-20. Jh.:
Wachstumsphasen der Stadt Culm darstellende Karte mit der Ordnungsnummer 2 in: Czacharowski, Antoni (Hrsg.), Atlas historyczny miast polskich, Tom I, Prusy Królewskie i Warmia, Zeszyt 3 Chełmno [Historischer Atlas polnischer Städte, Band I, Königliches Preußen und Hochstift Ermland, Heft 3 Kulm], Toruń 1999
Die auf dieser Karte verzeichneten (polnischen) Straßennamen lassen sich keinem bestimmten Jahr zuordnen.

Katasterkarte 1861-1903:
Auf der Grundlage der Katasterkarten der Stadt Culm aus den Jahren 1861-1903 erstellter Stadtplan mit der Ordnungsnummer 1 in: Czacharowski, Antoni (Hrsg.), Atlas historyczny miast polskich, Tom I, Prusy Królewskie i Warmia, Zeszyt 3 Chełmno [Historischer Atlas polnischer Städte, Band I, Königliches Preußen und Hochstift Ermland, Heft 3 Kulm], Toruń 1999

Mansfeld 1983:
Bogusław Mansfeld, Zespół zabytkowy Chełmna, Warszawa 1983 (Stadtplan auf Seite 13)

Soborska-Zielińska fotografia:
Anna Soborska-Zielińska, Z przeszłości chełmińskiej fotografii, Chełmno 1998

Soborska-Zielińska gmina żydowska:
Z dziejów gminy żydowskiej w Chełmnie (From the history of Jewish community in Chełmno), Chełmno 2007

Stadtplan Haasenberg April 1773:
Situations Plan der Stadt Culm vom April 1773, Autor: T. Haasenberg, in: Czacharowski, Antoni (Hrsg.), Atlas historyczny miast polskich, Tom I, Prusy Królewskie i Warmia, Zeszyt 3 Chełmno [Historischer Atlas polnischer Städte, Band I, Königliches Preußen und Hochstift Ermland, Heft 3 Kulm], Toruń 1999 (Ordnungsnummer 9)

Stadtplan 1774:
Kulm. Stadtplan aus dem Jahr 1774, in: Czacharowski, Antoni (Hrsg.), Atlas historyczny miast polskich, Tom I, Prusy Królewskie i Warmia, Zeszyt 3 Chełmno [Historischer Atlas polnischer Städte, Band I, Königliches Preußen und Hochstift Ermland, Heft 3 Kulm], Toruń 1999 (Ordnungsnummer 10)

Stadtplan Westphal 1820:
Stadtplan von Culm, aufgenommen von Westphal 1820, abgedruckt in: Bernhart Jähnig/Peter Letkemann (Hrsg.), 750 Jahre Kulm und Marienwerder, Münster/Westf. 1983, vor Seite 81

Stadtplan 1938:
Stadtplan ohne Jahresangabe aus Henatsch Horand (Hrsg.): Kulm an der Weichsel 1232-1982
Dieser Stadtplan gibt wahrscheinlich die in Kreisen der deutschen Minderheit in den Zwischenkriegsjahren üblichen Straßennamen an, die im alltäglichen Sprachgebrauch die amtlichen polnischen Bezeichnungen ergänzten. Benutzt wurden in diesem Stadtplan nämlich die aus preußischer Zeit bekannten Bezeichnungen und nicht die während der deutschen Besatzung 1939-1945 amtlich geltenden Straßennamen. Daher werden im obigen Straßenverzeichnis die Bezeichnungen aus diesem Stadtplan dem Jahr 1938 zugeordnet.

Telefonbuch 1939:
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg herausgegebenes Telefonbuch mit dem Titel
Spis abonentów sieci telefonicznych Dyrekcji Okręgu Poczt i Telegrafów w Bydgoszczy i Polskiej Akcyjnej Spółki Telefonicznej w mieście Bydgoszczy na 1939 r.

Zieliński:
Marek Grzegorz Zieliński, Chełmno civitas totius Prussiae metropolis XVI-XVIII w., Bydgoszcz 2007 (Darstellung bezieht sich auf den Zeitraum 1505-1772)

Die erste Fassung dieses Historischen Straßenregisters wurde am 13. Mai 2008 veröffentlicht.
Eine umfassende Ergänzung auf der Grundlage zusätzlicher Quellen erfolgte am 20. Dezember 2008.